Bergedorfer Musiktage

"Hamburger Barockmusik" begeistert zur Premiere

Bergedorf. Die Premiere der Bergedorfer Musiktage 2011 setzte auf gute Laune: "Ich bin in mir vergnügt. . ." sang Sopranistin Christhild Dietz-Zierenberg zum Auftakt vor mehr als 300 Gästen in der Kirche St. Petri und Pauli.

Mit Johann Sebastian Bachs Kantate von der Vergnügsamkeit für Sopran, Querflöte, Streicher und Basso continuo begeisterte das Göttinger Barockorchester mit seiner "Hamburger Barockmusik". Keine Spur mehr vom lange schleppenden Vorverkauf: Als Organisator Dr. Farhang Logmani zur Begrüßung nach vorn trat, schaute er auf eine gut gefüllte Kirche. Logmani versprach zum Auftakt der neunten Auflage "seiner" Konzertreihe "ein besonders vielfältiges, aufregendes Musikprogramm". An 16 Abenden erwarten Musikfreunde bis zum 8. Juli vielseitige Konzerte von Klassik über Jazz bis hin zu Arien, Musical- und Operettenmelodien. Zu hören an markanten Orten wie Schlössern, Kirchen und sogar einem Mausoleum.

Über einen Gast freute sich Logmani besonders: Staatsrat Dr. Christoph Krupp, als Bezirksamtsleier langjähriger Förderer der Musiktage, war persönlich beim Auftaktkonzert dabei. Nur reden mochte er nicht - auch das eine Premiere. "Obwohl Sie jetzt dem Ruf ins Hamburger Rathaus gefolgt sind, weiß ich, dass sie in ihrem Herzen Bergedorf treu bleiben werden", sagte Farhang Logmani.

Gesponsert wurde das Eröffnungskonzert von Ilse Holst (74) aus Nettelnburg. Die Kunstmalerin, die persönliche Kontakte zum Göttinger Barockorchester hat, übernahm Gagen und Logis für die zwölf Musiker. "Wo gibt es noch solche Kunstliebhaber, die ihr Geld für so ein Konzert hergeben?", lobte Logmani die Nettelnburgerin.

Das Orchester übertrug die manchmal etwas schwergängige Barockmusik mit Leichtigkeit in die heutige Zeit, hatte spürbar Spaß am gemeinsamen Musizieren. Nach dem Einstieg mit leisen, besinnlichen Tönen wurde es lauter und abwechslungsreicher und zog so die Besucher in ihren Bann. Das Göttinger Barockorchester präsentierte Werke aus der in Hamburg komponierten Tafelmusik von Georg Philipp Telemann, das Konzert für zwei Cembali in F-Dur von Wilhelm Friedemann Bach und Johann Sebastian Bachs Brandenburgisches Konzert, das Konzert C-Dur für zwei Cembali und Orchester und die Kantate von der Vergnügsamkeit.

Nach dem lang anhaltenden Applaus wurde eine Zugabe zum Besten gegeben, die das Publikum erneut begeisterte: "Es war einfach wunderbar", bestätigte die Norderstedterin Herma Berner (79), die selbst seit ihrem zwölften Lebensjahr im Chor singt. "Ich bin heute zum ersten Mal bei den Bergedorfer Musiktagen und es hat sich gelohnt. Ich werde mir auf jeden Fall noch weitere Konzerte gönnen." Auch Anne Terfort (70) aus Duvenstedt zeigte sich beeindruckt: "Es war wirklich entzückend zu sehen, wie viel Spaß die Musiker an der Sache hatten. Schon nach dem ersten Stück hatten die meisten Besucher ein Lächeln auf dem Gesicht." Sie lobte auch die mit 15 bis 20 Euro vergleichsweise niedrigen Preise: "Die Kirche ist wirklich bezaubernd. Ich war bereits im letzten Jahr bei den Musiktagen zu Gast und werde mit meinem Mann noch weitere Konzertabende besuchen."

Die nächsten Programmpunkte der Musiktage: "Ein Feuerwerk 'junger' Klassik" , präsentiert vom Bergedorfer Jugendorchester unter Leitung von Johannes Rasch, am Freitag, 13. Mai. Beginn: 19 Uhr; Erlöserkirche, Lohbrügger Kirchstraße 9; Eintritt:15 Euro.

"Brahms-Liederabend" mit Cord Garben (Moderation und Klavier) und den Solistinnen Jale Papila (Alt) und Naomi Seiler (Viola) am Sonnabend, 14. Mai; Beginn: 19 Uhr; Lichtwarkhaus, Holzhude 1; Karten: 20 Euro.

"Es war entzückend zu sehen, wie viel Spaß die Musiker an der Sache hatten."

Anne Terfort, Besucherin

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