"Vertragsverletzungen"

Audi kündigt Vertrag mit Autohaus Kath

Bergedorf. Audi hat die Zusammenarbeit mit dem Autohaus Kath beendet. "Es gab massive Vertragsverletzungen", begründet Audi-Sprecher Moritz Drechsel die Entscheidung, sämtliche Verkaufs- und Service-Verträge mit der neun Autohäuser großen Gruppe fristlos zu kündigen.

Zu den genauen Gründen wollten sich weder Drechsel äußern noch Andreas Fricke, Geschäftsführer der Niederlassung am Curslacker Neuen Deich in Bergedorf. Das Problem, so Fricke, liege allerdings nicht hier, sondern in den Häusern Kiel und Rendsburg, von denen aus der Audi-Neuwagenverkauf gesteuert wurde. "Aber da unterscheidet der Konzern nicht. Wenn, dann verlieren alle Häuser den Vertrag", sagt Andreas Fricke. - Ein in der Branche äußerst seltener Schritt, quasi die Höchststrafe für Kath.

Beim Blick auf die Internetseite des Unternehmens fällt nicht nur das Löschen des Audi-Emblems auf: Inhaber Hauke Drengenberg wird nun auch nicht mehr als Gesamtgeschäftsführer seines Unternehmens (700 Mitarbeiter, 250 Mio. Euro Umsatz) geführt.

In wirtschaftliche Schwierigkeiten werde das Unternehmen nicht geraten, erwartet Drengenberg, jetzt schlicht "Inhaber". Die Gruppe mache den Großteil ihres Umsatzes mit VW, VW Nutzfahrzeugen und Skoda sowie teilweise Seat. Sie seien von der fristlosen Kündigung nicht betroffen. Und der Werkstattbereich nur insofern, als dass Audi neben dem Händler- auch den Service-Vertrag für alle neun Standorte gekündigt habe.

"Den Service werden wir wiederbekommen", sagt Andreas Fricke. "Die Anträge sind gestellt und können von Audi im Gegensatz zu den Verkaufsverträgen bei entsprechender Ausstattung der Werkstatt samt geschultem Personal nicht boykottiert werden." Nur ob das in vier Wochen oder erst in vier Monaten ist, bleibt abzuwarten.

Für die Audi-Kunden bei Kath bedeutet das: Wer einen Neuwagen über das Unternehmen in Bergedorf gekauft hat, dem wird er im Audi-Zentrum an der Kollaustraße überreicht. "Der Konzern setzt sich dafür schriftlich mit jedem betroffenen Kunden in Verbindung", sagt Audi-Sprecher Drechsel. Gleiches gelte bei den Großkunden.

Auch für Audi-Garantieleistungen müssen Bergedorfer vorerst auf die Dienste von Kath verzichten, sie können in jeder anderen Audi-Vetragswerkstatt eingefordert werden. Für die Bergedorfer Niederlassung heißt es: warten auf den Service-Vertrag.

Verworfen sind nun aber die Neubaupläne für ein eigenes Audi-Haus hinter dem heutigen Betrieb. Allerdings kann sich Fricke die Erweiterung der Werkstatt vorstellen: "Dort platzen wir schon lange aus allen Nähten. Der Bergedorfer Betrieb ist so gut ausgelastet, dass wir auch ohne Audi keinen der 100 Mitarbeiter entlassen müssen."

"Den Service werden wir wiederbekommen"

Andreas Fricke, Geschäftsführer Bergedorf