Western-Komödie

Frivoles Stück aus Bergedorfer Feder

Bergedorf/Wilhelmsburg. "Mein Stehvermögen ist..." - "...mitunter nicht das beste", unterbricht eindeutig zweideutig das Western-Luder Josie den Hauptdarsteller. Und löst damit einen der ohnehin nicht gerade seltenen Wutausbrüche von Ike Clanton aus.

Der hat sich anno 1881 mit seinen Kumpels im Silberminen-Städtchen Tombstone/Arizona im örtlichen Kuhstall verbarrikadiert. Am Abend der legendären Schießerei mit Wyatt Earp und Doc Holliday lauert draußen der Feind, aber leider sind im Stall keine Pferde, und die Cowboys haben auch keine Waffen dabei. Einzige Hoffnung: Billy Clanton, Ikes Bruder, soll mit Pferden und Waffen zu Hilfe eilen. Aber Billy kommt nicht.

"Warten auf Clanton", heißt die schräge Western-Komödie, die das Hamburger Sprechwerk-Theater ab morgen dreimal beim Dockville-Festival auf dem Freigelände am Reiherstieg Hauptdeich aufführt. Die niveauvoll-frivole Klamotte stammt aus der Feder des Bergedorfer Autoren-Duos Ella Marouche (39) und Huug van't Hoff (38), das derzeit auch als Veranstalter der wöchentlichen Biergarten-Lesungen namhafter Dichter im BeLaMi erfolgreich ist. Die beiden Literaten, die sich einst als Buchhändler in Kiel begegneten, dann gemeinsam nach Berlin und schließlich nach Bergedorf gingen, schreiben seit gut vier Jahren gemeinsam Romangeschichten, Film- und TV-Skripte. "Warten auf Clanton" ist ihr erstes Theaterstück.

"Ich hab' das Ding gelesen und mich totgelacht", sagt Regisseurin Konstanze Ullmer. "Herrlich absurde und augenzwinkernde Komik, außerdem ist das Stück dramaturgisch toll gebaut. Ich hatte alles sofort vor Augen und wollte es unbedingt inszenieren."

Traditionell ernsten Stoff zu Komödien zu verarbeiten, ist die Spezialität von Ella Marouche und Huug van't Hoff. "Döner mit Krauts" heißt ihr erstes Spielfilm-Drehbuch. Bei dieser Anti-Nazi-Komödie schleicht sich ein Türke in einen Neonazi-Club ein. Das Stück schaffte es zwar nicht bis zur Verfilmung, erntete aber bei einer szenischen Lesung im Wiesbadener Theater Standing Ovations. Der Roman "WildWestSchau" (bei www.amazon.de ) erzählt die Geschichte eines Schaustellers, der mit einer RAF-Action-Show auf der Kleinbühne riesigen Erfolg hat und am Ende in Fußballstadien mit explodierenden Autos auftritt.

"Warten auf Clanton" läuft am 24. und 25. Juli um 20 Uhr und am 1. August um 18 Uhr in Wilhelmsburg. Eintritt frei.

www.msdockville.de

Mehr über das Dockville-Festival

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