Mädchenchor

Singen ist ihre große Leidenschaft

Bergedorf (kk). Jede Menge Eindrücke im Gepäck, Klänge in den Ohren und unbändige Lust am Singen. So sind die 25 Sängerinnen des Bergedorfer Mädchenchors jetzt von einer einwöchigen Konzertreise nach Lettland und in den Harz zurückgekehrt.

Sie waren Einladungen des renommierten lettischen Spigo-Chors aus Jelgava bei Riga sowie des Mädchenchors Wernigerode gefolgt.

Nicht nur diverse Konzerte, auch die persönliche Begegnung mit beiden Vokalensembles stand auf dem Programm. "Lettland hat eine ganz andere Kultur, in der Musik einen viel höheren Stellenwert einnimmt als bei uns, das war spannend", findet die 14-jährige Julia Jäger, die im ersten Teil der Reise wie alle Chormitglieder bei einer lettischen Familie einquartiert war. "Wir haben nicht nur wahnsinnig gastfreundliche Menschen, sondern auch uns untereinander besser kennengelernt und sind als Chor noch mehr zusammen gewachsen", freut sich Julia Morgenbesser (17) über einen weiteren Aspekt der Konzertreise.

Treibende Kraft in der Vernetzung mit der internationalen Mädchenchor-Szene sind die Bergedorfer Chorleiter Elisabeth und Michael Solinsky, beide Musiklehrer am Hansa-Gymnasium. Neben den fünf Schul-Ensembles, die sie leiten, ist der Bergedorfer Mädchenchor gewissermaßen das I-Tüpfelchen ihrer ambitionierten Chorarbeit.

Hier haben Mädchen ab dem Jugendalter die Möglichkeit, ihre Stimmen in besonderer Weise zu schulen und ein breites Repertoire kennenzulernen - angefangen von klassischer Musik über Volkslied-Arrangements und Jazz-Stücke bis zu Klangimprovisationen und Neuer Musik. "Mehrere zeitgenössische Komponisten haben dem Chor bereits Stücke auf den Leib geschrieben", erklärt Michael Solinsky stolz. Das Dirigieren teilt er sich übrigens mit seiner Frau, was absolut untypisch ist für einen Chor. Für das didaktische Ziel des Duos ist die Arbeitsteilung aber unerlässlich: Die Mädchen können so unterschiedliche Stile erleben.

"Uns ist wichtig, dass der Bergedorfer Mädchenchor alles andere als eine reine Hansa-Veranstaltung ist. Wir brauchen gute Stimmen aus ganz Bergedorf", betont Elisabeth Solinsky. Sie möchte mit dem Chor auch ein seelisches Zuhause bieten, in dem Mädchen sich in ihrer Identität ein wenig mehr finden können. Zumal hier Jugendliche einer großen Altersspanne zusammenkommen und intensiv an einer Sache arbeiten, obwohl diese Mädchen sonst nur sehr wenig Berührungspunkte haben.

"Das ist schon ein bisschen wie Familie", sagt Elisabeth Solinsky.

"Mehrere zeitgenössische Komponisten haben dem Chor bereits Stücke auf den Leib geschrieben"

Michael Solinsky, Leiter Bergedorfer Mädchenchor