Neuer Vorstand

Jusos: Mehr Sicherheit durch Gefahrengebiete

Bergedorf (he). Sie sind 19 bis 22 Jahre jung, leben in Neuallermöhe und sie eint eine Profession: Der Vorsitzende Nils Springborn (22, Student), die Stellvertreter Catharina Mohr (19, Abiturientin) und Edris Faez (21, Student) sowie "Kreiskassierer" Lars Poggensee (22, Student) sind die neue Führungsspitze der Bergedorfer Jungsozialisten.

Sie repräsentieren mit 115 Jusos fast jeden sechsten Sozialdemokraten im Bezirk, machen sich daran, Politik mitzugestalten - von innerer Sicherheit über Schulreform bis Altenpflege.

Politikmüdigkeit unter jungen Menschen können die Vorstandsmitglieder nicht ausmachen, im Gegenteil: "Allein von Januar bis Mai haben wir zehn neue Mitglieder gewonnen, irgendwas machen wir richtig", berichtet Springborn schmunzelnd. Zum Magneten haben sich die monatlichen, für Gäste offenen Mitgliedertreffen entwickelt, jeweils am letzten Mittwoch um 19.30 Uhr im Bergedorfer SPD-Büro. Am Pool geht es um Themen wie die geplante Erhöhung der Kita-Gebühren, Atomausstieg oder den Streit um Kopfpauschale kontra Bürgerversicherung.

Zur Pflegesituation haben Bergedorfs Jusos einen Antrag zum SPD-Landesparteitag formuliert, gefordert, dass der Stellenschlüssel angehoben werden muss, um die Qualität der Pflege zu sichern. Ausbildung in der Altenpflege müsse auch Hauptschülern ermöglicht werden, um den Nachwuchsbedarf sicher zu stellen.

Zentrales Thema sind Gefahrengebiete. Dass die Polizei über lange Zeit Bergedorfs Innenstadt und große Teile Neuallermöhes als solches eingestuft und damit erweiterte Kontrollmöglichkeiten für die Ordnungshüter geschaffen hatte, halten sie für richtig.

"Wir stammen alle aus Neuallermöhe, erleben die Situation", sagt Lars Poggensee. Er habe immer gern in Neuallermöhe gewohnt, sagt Ediz Faez, dessen Familie aus Afghanistan stammt. "Die Lage hat sich die letzten Jahre verschlechtert. Mehr Anstrengungen zur Gewaltprävention sind notwendig. Und gerade Migrantenkindern müssen ihre Chancen in der deutschen Gesellschaft aufgezeigt werden." An der Gesamtschule Bergedorf sei die Situation Thema, bestätigt Catharina Mohr. "Allein vermehrte Polizeipräsenz verdrängt aber die Probleme nur."

Dass nicht die Politik - je nach jeweiliger Mehrheit - über Gefahrengebiete entscheidet, hält Springborn für richtig: "Informiert werden sollte die Bezirksversammlung aber zumindest."