Kooperationen

Schulentwicklung: Das ist der Plan für Bergedorf

Bergedorf. Im allgemeinen Hin und Her der Debatte haben viele Eltern längst den Überblick verloren. Welche Schule fusioniert denn nun mit wem? Wo ist die nächste Stadtteil- oder Primarschule für mein Kind?

Nachdem vergangene Woche der Schulentwicklungsplan abgesegnet wurde (wir berichteten), geben nun die endgültigen Pläne der Behörde einen guten Überblick.

Laut beschlossenem Plan wird es im Bezirk Bergedorf zwölf Primarschulen und fünf Stadtteilschulen geben sowie - wie bisher - fünf Gymnasien.

Gegenüber dem im Juli vorgestellten Planentwurf gibt es nur wenige Änderungen. So wird die Grundschule Nettelnburg nun doch nicht mit dem Hansa-Gymnasium kooperieren, bestätigt Hans-Peter de Lorent, Leiter der Planungsabteilung in der Schulbehörde: "Die Entfernung vom Fiddigshagen zum Hansa-Gymnasium ist einfach zu groß." Die Schule soll stattdessen am Standort Fiddigshagen einen Erweiterungsbau erhalten. Wann und wie genau dieser realisiert wird, sei noch unklar: Eine Prioritätenliste soll zunächst klären, an welcher Schule geplante Baumaßnahmen am dringendsten seien.

Verwirrung besteht weiterhin um die Schule Seefeld in Kirchwerder, die - als Außenstelle der Schule Ernst-Henning-Straße - Projektunterricht bietet. Auch im endgültigen Schulentwicklungsplan ist sie als aufzugebender Standort vermerkt - was die Schule bei der Vorstellung des Entwurfs als falsch zurückgewiesen hatte. Planer Hans-Peter de Lorent bekräftigt hingegen: "Der Standort wird definitiv aufgegeben." Die Gründe nannte er nicht.

Eine in der Schullandschaft seltene Konstruktion ergibt sich an der künftigen Stadtteilschule Richard-Linde-Weg (derzeit Grund-, Haupt- und Realschule). Sie wird mit einer anderen weiterführenden Schule, dem Gymnasium Bornbrook, kooperieren. "Wir haben die räumliche Nähe und wären dumm, wenn wir sie nicht nutzen würden", sagt Schulleiter Manfred Klein (Richard-Linde-Weg). Einzigartig sei diese Zusammenarbeit in Hamburg aber nicht, sagt Hans-Peter de Lorent: "Etwa fünf bis zehn Stadtteilschulen, die bisher keine Oberstufe hatten, gehen ähnliche Wege."

Das sind die neuen Primarschulen : Heidhorst/Mittlerer Landweg; Max-Eichholz-ng/Leuschnerstraße; Mendelstraße; Sander Straße/Ernst-Henning-Straße; Friedrich-Frank-Bogen; Nettelnburg; Adolph-Diesterweg-Schule (mit Nutzung von Fachräumen der Haupt- und Realschule am Walter-Rothenburg-Weg, die mit der Gesamtschule Margit-Zinke-Straße zur Stadtteilschule fusioniert); Clara-Grunwald-Schule (ebenfalls mit Nutzung der Räume am Walter-Rothenburg-Weg); Anton-Rée-Schule (mit zweitem Standort an der Margit-Zinke-Straße); Altengamme Deich/Curslack-Neuengamme; Fünfhausen-Warwisch/Ochsenwerder; Zollenspieker/Kirchwerder.

Die neuen Stadtteilschulen : Richard-Linde-Weg (mit Kooperation Gymnasium Bornbrook); Lohbrügge; Bergedorf, Allermöhe, Kirchwerder. Die Gymnasien, Berufs- und Sonderschulen bleiben erhalten.

Unklar ist noch, inwieweit die Verhandlungen mit den Schulreformgegnern - die erfolgreich ein Volksbegehren gestartet hatten - Änderungen mit sich bringen werden. Laut Senat sind die Primarschulen jedoch "unverhandelbar".