Bildungspolitik

Geld für Schulbibliotheken

Bergedorf. Der Hamburger Senat setzt einen weiteren Punkt aus dem Koalitionsvertrag um und investiert rund zwei Millionen Euro in neue Schulbibliotheken.

Ein auf drei Jahre angelegtes Modellprojekt sieht vor, dass in der Hansestadt neun Schulen bis zum Jahresende moderne Bibliotheken erhalten. Zwei davon liegen im Bezirk Bergedorf: die Gesamtschule Allermöhe in Neuallermöhe und das Gymnasium Bornbrook in Lohbrügge.

"Das ist grandios und verleiht der Unterrichtsreform einen enormen Schub. So kann das individualisierte Lernen erheblich verbessert werden", freut sich Bernd Martens. Der Leiter der Gesamtschule Allermöhe will an der Margit-Zinke-Straße etwa 100 Quadratmeter zu einer Bibliothek umwandeln, die von etwa 850 Schülern der siebten bis 13. Klassen genutzt werden kann: "Wir bekommen den Umbau bezahlt, das Mobiliar und PC-Arbeitsplätze - das ist ein Geschenk des Himmels!"

Der Clou daran ist vor allem, dass auch Geld für Personal zur Verfügung steht: Die Schulen dürfen eine Medien-Fachkraft in Vollzeit einstellen und ins Kollegium integrieren. "Und mit Hilfe von Honorarkräften möchten wir die Bibliothek gern auch nach Schulschluss öffnen", sagt Gerhard Albrecht, Leiter des Gymnasiums Bornbrook. Er plant für Oktober, die jetzige Lehrer- und Oberstufenbibliothek zu erweitern: "Wir werden ausreichend Platz für alle 4000 Medien haben, die die HÖB (Stiftung Hamburger Öffentliche Bücherhallen) uns zur Verfügung stellen. Etwa ein Drittel werden DVDs und CD-ROMs sein."

Ziel ist das eigenständige Arbeiten und zugleich die Förderung von Lese- und Medienkompetenz. "Die Schüler können dann auf die Archive großer Tageszeitungen zurückgreifen und verschiedene Datenbanken verwenden. So können sie gesicherte Erkenntnisse finden und lesen sich nicht nur die Seiten von Wikipedia durch", hofft Albrecht.

Ein Schlagwort heißt "gerechter Bildungszugang". Schon heute sitzen viele Jugendliche am Computer, um etwa Referate vorzubereiten, Bewerbungen oder Praktikumsberichte zu schreiben. "Die Schulbibliotheken sind Informationszentrum, Unterrichts- und Erlebnisraum", schwärmen die Senatorinnen von Schul- und Kulturbehörde, Christa Goetsch (GAL) und Karin von Welck (parteilos).

Nach drei Jahren werden die anderen Hamburger Schulen schrittweise ausgestattet. Die Reihenfolge soll sich nach sozialen Gesichtspunkten und nach der Entwicklung der Ganztagsschulen richten.

Die Gesamtschule Bergedorf musste 500 000 Euro Spenden sammeln. Morgen, 15.30 Uhr, feiert sie Richtfest für die neue Bibliothek am Ladenbeker Weg.

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