Sportplatz

"Kunstrasen": Behörden sollen sich Kritik stellen

Bergedorf-West (he). Seit die damalige CDU-Mehrheit 2006 die Beseitigung des Kunstrasenplatzes an der Gewerbeschule G19 abgenickt hat, kämpft SPD-Sportpolitiker Fritz Manke um die Wiederherrichtung.

Zuerst hatte die Unionsfraktion noch seinen Antrag mitgetragen, Hamburg solle zumindest Ideen für die Nutzung entwickeln, längst sind Bergedorfs Christdemokraten auf die Behörden-Linie eingeschwenkt. Tenor: Der Asphaltplatz samt Toren müsse als Bolzplatz für Bergedorf-West reichen.

Behörden-Mikado - "wer sich zuerst bewegt, hat verloren" - werfen ärgerliche "Westler" Hamburg vor: Schulbehörde, Sportamt, Stadtentwicklungs- und Sozialbehörde spielten sich gegenseitig die Bälle zu. Sie argumentieren etwa, die drei Gewerbeschulen im Stadtteil bräuchten keinen Kunstrasenplatz, andere Schulen hätten eigene Plätze. Behauptungen wie "Asphaltbelag ist sicherer als Kunstrasen" sowie das lange Festhalten der Behörden an überhöhten Kostenprognosen (300 000 Euro) wechselten sich mit Mitteilungen ab, das Anliegen werde geprüft.

Einen neuen Vorstoß hat die Schulbehörde jetzt mit Verweis auf drohende, zusätzliche Unterhaltungskosten auch im Namen von Stadtentwicklungs- und Sozialbehörde zurückgewiesen. "Wir lassen nicht locker, auf Asphalt ist die Verletzungsgefahr viel zu groß", sagt Manke. "Die Vertreter aller Behörden sollen sich auf dem Platz der Kritik stellen." Zum Termin sollen neben Bürgern, Kindern und Politikern auch Vertreter der Schulen eingeladen werden, sagt Stephan Jersch (Linke): "Die wollen den Platz doch auch nutzen."