Bergedorf

Geisterhaft guter Jazz aus dem Alpenländle

Ghost Town Schweizer Quartett zu Gast im White Cube

Bergedorf. . „Ghost Town“ um den Schaffhauser Gitarristen Urs Vögeli ist eine Band, die definitiv anders klingt als der große Rest. Mit der Sängerin und Keyboard-Elektronikerin Joana Aderi neu zum Quartett erweitert, richten Ghost Town ihren Fokus auf amerikanische Oldtime-Songs aus der Frühzeit von Blues und Folk, die von Vögeli neu bearbeitet wurden.

Dabei sind keine gekünstelten Dekonstruktionen zu hören. Das musikalische Interesse der Gruppe gilt der Atmosphäre der Songs, die oft von Mord und Totschlag und schweren Schicksalsschlägen handeln. Einfache Riffs und sparsame Akzente wechseln sich ab mit rockigen Gitarrensoli und elektronischen Klangbildern.

Da wird Robert Johnson mit einer verzerrten Lap-Steel geehrt, „Midnight On The Stormy Deep“ geht mit Aderis Dark-Country-Gesang unter die Haut und „Knoxville Girl“ vibriert im Wechselbad zwischen Schwermut und Verzweiflung. Endlich mal eine Jazz-Band, die ihre Wurzeln nicht nur im klassischen Great American Songbook verortet, sondern in den archaischeren Oldtime-Songs. In deren Expressivität und Nacktheit ist der Jazz mindestens so lebendig wie in den Annalen des Broadways.

Am Freitag, 26. Oktober, sind Ghost Town zu Gast im White Cube (Kurt-A.-Körber-Chaussee 73). Das Konzert beginnt um 20.30 Uhr, Einlass ist ab 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, stattdessen gibt es eine Hutkasse für die Künstler.