Lokales

Nervt Sie die Zeitumstellung?

Die Frage um das Weiterbestehen der Sommerzeit bewegt besonders die Deutschen. An der im August von einer EU-Kommission abgehaltenen europaweiten Umfrage, ob die Umstellung zwischen der Sommerzeit und der Winterzeit enden solle, nahmen 4,6 Millionen Europäer teil – darunter mehr als drei Millionen Abstimmer aus Deutschland. Die meisten wünschten eine dauerhafte Sommerzeit.

Diese wurde hierzulande unter dem Eindruck der Energiekrise der siebziger Jahre im Jahr 1980 eingeführt. Durch die Umstellung von der „Normal“- bzw. Winterzeit im Frühjahr um eine Stunde vor sollte durch die bessere Ausnutzung der Helligkeitsstunden Energie gespart werden – ein Effekt, der Untersuchungen zufolge kaum existiert.

Die Idee war nicht neu. Hintergrund war stets Not bzw. Mangel. Schon im deutschen Kaiserreich sowie im verbündeten Österreich-Ungarn wurden im Kriegsjahr 1916 von April auf Mai die Uhren bis September eine Stunde vorgestellt. Es war die erste flächendeckende Zeitumstellung dieser Art weltweit. Drei Jahre später wurde die Regelung aufgehoben.

Zum nächsten Kriegsbeginn 1939 wurde die Sommerzeit erneut eingeführt sowie in der Nachkriegszeit bis 1950 in den westlichen Besatzungszonen. In der sowjetischen Besatzungszone plus Berlin dagegen galt die Moskauer Zeit, die dem Westen zwei Stunden voraus war. Eine Besonderheit: Von 1947 und 1949 wurden in der „Hochsommerzeit“ vom 11. Mai bis 29. Juni die Uhren noch einmal um eine weitere Stunde vorgestellt – in der unmittelbaren Nachkriegszeit war es wegen der zerstörten Infrastruktur viel wichtiger als heute, das Tageslicht effektiv nutzen zu können.

1996 wurden alle Sommerzeiten in Europa vereinheitlicht, ihre Einführung wurde 2002 verbindlich für alle Mitgliedsländer der Europäischen Union.

Das Echo wollte von den Lesern wissen: Wie halten Sie es mit der Zeitumstellung?