Lokales

Kinderfreie Zeiten in Restaurants?

Essen gehen mit Kindern kann Eltern – und Tischnachbarn – auf eine harte Geduldsprobe stellen. Wenn der Nachwuchs partout nicht auf seinem Stuhl zu halten ist, erst das eine, dann wieder das andere Gericht essen möchte, nur um dann laut weinend das Essen der Eltern für sich zu beanspruchen – Spaß geht anders!

Und wenn dann die Tischnachbarn auch noch flüstern: „Wenn man sein Kinder nicht im Griff hat, sollte man eben zu Hause bleiben“, liegen die Nerven bei allen Beteiligten blank.

Also geht man in Zukunft lieber ohne Kinder aus? In Binz auf Rügen hatte Rudolf Markl (Inhaber des Restaurants „Oma’s Küche“) für Schlagzeilen und Diskussionen in den sozialen Medien gesorgt. Denn in seinem Lokal haben seit dem 13. August ab 17 Uhr nur noch Gäste über 14 Jahren Zutritt. „Es ist irgendwo eine Grenze erreicht, wo wir sagen, es geht einfach nicht mehr.“ Es gehe um Kinder, die Gäste am Nebentisch belästigen würden, die an Tischdecken zerrten und Rotweingläser umschmissen – und Eltern, die nicht eingreifen. „Die quittieren das mit einem Lächeln, essen weiter, und es interessiert sie alles nicht.“ Es gehe explizit nicht gegen den Nachwuchs, sondern gegen ignorante Eltern, „die ihren Namen tanzen können, aber ihre Kinder nicht mehr im Griff haben“, stellt der Gastronom klar.

„Das Segment für ausdrücklich kinderlosen Urlaub gibt es im Tourismus schon länger“, sagt Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbands. „Zum Beispiel in der Karibik. Jeder Hotelier kann festlegen, ob sein Haus für Kinder geeignet ist oder nicht.“ So wie es Familienhotels gebe, gebe es eben auch Häuser, die sich auf kinderlosen Urlaub spezialisiert hätten. „Natürlich obliegt es jedem selbst, seine Zielgruppe auszuwählen“, so Schäfer.

Wir haben unsere Leser gefragt: Soll es kinderfreie Zeiten in Restaurants geben?

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