Meckerecke
Liebevoll geschmierte Stullen ohne Wertschätzung
Mittwoch, 10. März 2010 12:34
Wir hatten es eilig, kauften nur schnell ein kurz vor Geschäftsschluss für einen Salat mit Omelette auf Toast und ein paar andere Sachen nach einem langen, anstrengenden Tag.
Meine Tochter und ich suchten dennoch sorgfältig die Zutaten im Supermarkt zusammen, trugen den schweren Korb zur Kasse, packten ihn aus und legten die Sachen aufs Laufbahn, ich zahlte, wir packten alles wieder ein und schleppten es zum Auto.
Jetzt ist der Moment gekommen, dachte ich, wo wir gerade so nett beieinander sitzen, ihr mal freundlich, aber bestimmt etwas klar zu machen. „Siehst du“, sagte ich, als wir im Auto saßen und nach Hause fuhren. „So ist es jeden Tag. Ich kaufe ein, bezahle dafür, bringe alles nach Hause, trage es hoch, räume es weg, hole es wieder heraus, mache euch Brote, schneide Obst und Gemüse klein, packe alles schön ein und gebe es euch mit zur Schule. Und nachmittags kommen die vollen Brotdosen von euch zurück und dann wandert alles in den Mülleimer.“ So sprach ich zu ihr, wohlwollend und ganz entspannt. Meine dreizehnjährige Tochter stöhnte laut auf. Die Art, wie sie es tat, ließ darauf schließen, dass sie keinerlei weitere Ausführungen oder gar Folgerungen wünschte. Ich stellte das Radio ein. Meine Tochter sagte etwas von einer unechten Fellweste, die sie gesehen hatte und die ihr gefiel. „Ah ja“, sagte ich und stellte auf Durchzug. Bestimmt nicht zum letzten Mal. Denn so könnte es jetzt wohl noch einige Zeit gehen.
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