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Handys für Oldies?

Nur jeder zweite Deutsche über 65 Jahren besitzt derzeit ein Handy. Anders als im Fall der überversorgten Zielgruppe junger Verbraucher ist hier am Markt noch viel zu holen. Dessen sind sich auch die Netzbetreiber bewusst. Allerdings: Das perfekte Seniorenhandy darf auf keinen Fall so heißen.
Große Tasten, ein großes Display und eine übersichtliche Menüführung zeichnen ein Senioren-Handy aus.
Foto: internet
Große Tasten, ein großes Display und eine übersichtliche Menüführung zeichnen ein Senioren-Handy aus.
Während die meisten Mobiltelefone immer kleiner und technisch komplizierter werden, nehmen einige Anbieter das genaue Gegenteil in ihr Programm auf: Seniorenhandys. „Allerdings möchte kaum ein Senior ein Handy haben, das als Seniorenhandy gilt. Alle möchten alt werden, aber keiner alt sein“, sagt Klaus Uwe Meier von der Bundes-AG der Senioren-Organisationen. Hersteller Fitage startete 2006 mit dem Modell „Katharina, das Große“ in diesen Markt. Weil moderne Handys anders heißen, bekam der Nachfolger 2007 den knackigeren Namen „Big Easy“ verpasst.
Neben einem Produktnamen, der bei den Silver-Agern Anklang findet, legen die Hersteller auf einfache Handhabung Wert. Ein Seniorenhandy braucht große Tasten und ein großes Display mit nicht zu vielen Farben. Außerdem einen Notruf-Knopf und möglichst eine GPS-Funktion zur punktgenauen Satellitenortung. Mittelständische Produzenten wie Fitage oder Emporia haben sich erfolgreich in diesem aussichtsreichen Markt positioniert und gehen nun in die Offensive. Emporia setzt neben einer leichten Bedienbarkeit der Geräte auf hohe Sprachqualität bei gleichzeitig ansprechendem Design und hat dem Handelsblatt zufolge im Vorjahr eine halbe Million Mobiltelefone für Senioren verkauft. Gemessen am gesamten Handymarkt ist der Absatz zwar noch verhalten. 2010 peilt der Hersteller jedoch bereits eine Verdoppelung an. „Und wir wollen den Umsatz jährlich verdoppeln“, so das ambitionierte Ziel von Geschäftsführerin Eveline Pupeter-Fellner. Bis 2050 ist jeder dritte Deutsche über 60 Jahre alt. Der demografische Wandel allein stellt jedoch nicht unbedingt ein lupenreines Verkaufsargument für die Hersteller von Seniorenhandys dar. Denn in 40 Jahren sind die jungen Verbraucher von heute die Zielgruppe von morgen, die mit Handys, Smartphones & Co. aufgewachsen ist. „Wichtiger sei deshalb die Entwicklung neuer Services und seniorentauglicher Software als neuer Hardware“, so Fellner. Übrigens: Die „Stiftung Warentest“ hat das beste Handy für Ältere suchen lassen. Gewonnen hat ein Modell, das gar nicht als Seniorenhandy im Handel zu haben ist. Das Nokia 3110 Classic überzeugte die Tester (Durchschnittsalter 63) durch seine Übersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit.
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