Meckerecke
Geh mir aus dem Dunstkreis!
Dienstag, 2. März 2010 16:57
Heutzutage muss alles grenzenlos sein: grenzenloses Europa, grenzüberschreitende Währung (Euro), grenzenlose Meinungs-Freiheit.
Doch was global gesehen durchaus positiv ist, kann im Privaten mächtig nerven.
Ich stehe zum Beispiel an der Kasse oder beim Fleischer – und der Nachfolgende klebt förmlich an meiner Jacke. Er hat offensichtlich gedanklich schon meinen Platz eingenommen. Ich störe sein schnelles Vorankommen. Am liebsten würde er mich körperlich wegschubsen. Da das nicht geht, haucht er mir seinen Knoblauchdunst von gestern Abend in den Nacken. Falls Ihnen das auch passiert: Ein überraschender Schritt nach hinten, hilft da oft Wunder.
Die Voransicht bei Digitalkameras animiert distanzlose Zeitgenossen mitunter ebenfalls, mir bis auf 3 Millimeter auf die Pelle zu rücken, um dann aus nächster Nähe kluge Ratschläge zu erteilen: „Mehr nach links, nach oben. Ja, so geht’s!“ Ggrrgh!
Genauso nervig wie Passanten, die im identischen Schritt-Tempo hinter einem gehen, möglichst noch in High Heels im Takt klappern. Liebe Fremde: Verschwindet aus meinem Dunstkreis! Eine Armlänge ist der Mindestabstand, sonst wächst der Aggressionspegel, das weiß doch sogar jedes Tier.
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