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Qualitätsbeurteilungen noch objektiv?

Wir sind doch keine Fahrzeuge, die sich in einer Vertragswerkstatt reparieren lassen! Aber ziemlich ähnlich soll es nach den neuesten Ideen von Gesundheitsminister Daniel Bahr künftig aussehen.
Und zwar läuft das so ab: Die Krankenkasse macht Vorschläge, in welchem Krankenhaus der Patient sich behandeln lassen kann und so soll dieser die Eigenbeteiligung von 10 Euro pro Aufenthaltstag einsparen können. Der Patient kann nun theoretisch die erhebliche Summe von bis zu 280 Euro im Jahr anhäufen. Damit könnte dieser in seine Gesundheitsvorsorge investieren, aber dieser Vorschlag von Bahr bleibt (noch) unerwähnt.
Ich glaube nicht, dass es vorteilhaft sein kann, wenn sich die Krankenkassen in die Beziehung zwischen Arzt und Patient einmischen. Und zwar nicht aus dem Grunde, dass ein neues Sparkonzept gefunden werden soll, das ist natürlich löblich. Kopfschmerzen bereitet mir viel mehr die Sorge um eine weitere Möglichkeit zur Mauschelei: Wer kann denn garantieren, dass es nicht vielleicht etwa zu gegenseitigen Prämienabsprachen und dubiosen Qualitätsbeurteilungen kommt, wie in einigen anderen Branchen auch?
Und was ist mit dem Datenschutz, denn die Patienten müssten ihre Diagnose doch den Mitarbeitern der Krankenkasse offenbaren. Gibt es dann konkrete Vorschläge seitens der Kasse, wie man gesund zu bleiben hat? Nicht auszudenken, wenn auch wieder einmal persönliche Daten (der Kassenmitglieder) als Druckmittel verwendet werden und irgendwo öffentlich auftauchen. Dieses Problem ist in Koalitionskreisen eigentlich auch bekannt.
Und wäre denn die flächendeckende Versorgung noch gewährleistet, wenn etwa ein Punkt auf der von den Krankenkassen neu erstellten Qualitätsstandard-Liste bei einer Klinik fehlte und eben dieses Haus somit aus wirtschaftlicher Sicht über eine Schließung nachdenken müsste?
Ich denke, dass Patienten längst dabei sind, sich möglichst umfassend zu informieren und dazu auch genügend Anhaltspunkte finden. Es sollte dabei bleiben, dass jeder Versicherte die Krankenhaus-Entscheidung selbständig und ohne Einfluss der Kassen trifft.
Also: Kein Sparzwang auf Kosten des Patienten!
Ein weiterer illusorischer Vorstoß des Bundesgesundheitsministers meine ich. Das kann allerdings dauern und nicht, wie von der FDP gewünscht, noch eben in ein laufendes Gesetzesverfahren eingebracht werden: Wie immer in solchen „Schnellschüssen“ sind sich die Koalitionspartner sowieso noch nicht ganz einig.
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