24.10.11

So seh ich das

Weg von Dauerstress und Fitnesswahn

Hin zur gesunden Einstellung: "Wie, du machst ja gar keinen Sport!", erntete ich neulich bei einer Freundin nur Kopfschütteln und Unverständnis. "Ich bin täglich rund zweieinhalb Stunden unterwegs und das auch noch draußen bei Wind und Wetter" entgegnete ich. Von Melanie Ucke

Übrigens nicht alleine, ich habe einen Sparringspartner. Meinen Hund, der ist nicht klein und verlangt nach einigem Auslauf, nicht nur mal eben um die Ecke.

Doch das zählte nicht. "Das ist ja nur Spazierengehen" rief sie einigermaßen entrüstet. Ich könne doch nicht wirklich glauben, das ersetze das Sportstudio. "Warum muss ich unbedingt ins Fitnesscenter, wenn ich mich draußen viel wohler fühle?" fragte ich zurück.

Denn ich habe durchaus Erfahrung im Indoor-Sporttraining. Im Moment bin ich in der Freizeit jedoch lieber in Wäldern und auf Wiesen unterwegs, zu Fuß oder per Rad. Hund und ich laufen lange bergige Strecken durch den Sachsenwald, am Nordsee-Strand oder auf den Feldwegen. Das ist für mich Ausgleich, abschalten, Kopf auslüften. Den Run auf die Studios kann ich zwar nachvollziehen, möchte ihn aber nicht mitmachen.

Doch wie das Ziel erreichen? Nicht um jeden Preis möchte ich irgendwo "dazugehören" und Geld ausgeben, nur um nachher ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn ich vom Tag so kaputt bin, dass ich gar nicht hingehen kann. Mit Hund muss ich raus, und da hat sich meine Strategie "nicht groß nachdenken, einfach machen" bisher prima bewährt. Oft ist es wettertechnisch ziemlich harmlos, und ich habe mich auch schon ganz gut angepasst.

Ich habe auch verschiedene Sportarten ausprobiert – aus Neugier und Gesundheitstrieb: drinnen und draußen, elitäre und weniger elitäre, solche, die viel Zeit in Anspruch nehmen und halbstündige Rundläufe – einiges hat viel Spaß gemacht. Und die gekauften Sportgeräte kann ich auch später noch benutzen, denn im Moment habe ich nicht so viel Zeit für aufwendige Sportstunden. Den Terminplan noch voller packen will ich einfach nicht, weil ich auch sehe, wie negativ das enden kann. Irgendwas oder –wer muss dann zurückstehen. Manche Menschenkörper machen den Sportwahn nicht mit, es wird zuviel und beispielsweise die Bandscheibe wehrt sich wegen Überanspruchung. Das muss der Kopf erst mal einsehen. Und jeden Abend was vor haben ist einfach anstrengend, finde ich.

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