Bürgermeister Heidelberg
Wentorfer haben keine andere Wahl
Dienstag, 24. August 2010 20:59
- Von Susanne Tamm
Wentorf. Von sofort an werden die Wahlbenachrichtigungen verschickt: Am 26. September steht Bürgermeister Matthias Heidelberg für seine zweite Amtszeit zur Wahl – mit einem einzigen „Gegenkandidaten“: der Wahlbeteiligung.

Foto: Susanne Tamm
Bürgermeister Matthias Heidelberg stellt sich zur Wiederwahl.
„Wir Bürgermeister sehen eine solche Konstellation schon als problematisch an“, sagt der 49-Jährige. „Doch die Gemeindordnung schreibt eine Wahl vor.“
Heidelberg wird von drei Fraktionen, der CDU, der UWW und der FDP, unterstützt. Die anderen beiden Fraktionen, SPD und die Grünen, haben keinen Gegenkandidaten aufgestellt. Und auch von Seiten der Bürger hat sich niemand um die Stelle beworben. „Ich werte das als Vertrauensbeweis in meine Arbeit und bin den Fraktionen und den Bürgern dankbar“, sagt Heidelberg.
Dennoch hört er in den persönlichen Gesprächen mit den Bürgern oft, dass seine Arbeit zwar geschätzt werde, sie aber keinen Anlass sehen, zur Wahl zu gehen: „Vielen fehlt der Gegenkandidat“, stellt der Bürgermeister fest. Landauf, landab erreichten seine Kollegen in ähnlichen Fällen nur 23 bis 27 Prozent Wahlbeteiligung.
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„Doch die Flyer zu entwickeln und die professionellen Fotos haben auch Spaß gemacht“, räumt der 49-Jährige ein. „Warum machst Du das?“, werde er oft gefragt. Aber den Wahlkampf habe er ohnehin vorbereiten müssen, für den Fall, das sich noch ein Bewerber gefunden hätte. „Ich hatte den Anspruch, gut in die Endphase einzusteigen.“ Sein Amt sei anstrengend, aber sehr befriedigend: „Es ist toll, wenn ich Bürgern helfen kann.“
Um auf Wahlgänge ohne Gegenkandidaten verzichten zu können, müsste die Schleswig-Holsteinische Gemeindeordnung geändert werden. Dagegen spreche allerdings das demokratische Selbstverständnis, meint Ove Rahlf, Sprecher des Innenministeriums in Kiel: „Die Bürger haben schließlich die Wahl zwischen Ja oder Nein.“
Auf mehrheitliche Ablehnung zu stoßen, fürchtet Heidelberg nicht: „Theoretisch wäre es möglich, dass die Bürger mich mit mehr Nein- als Ja-Stimmen abwählen. Aber so einen Fall hat es noch nie gegeben, und ich gehe nicht davon aus, dass ich der erste sein werde, dem das passiert.“ Sein Wunsch: „Dass die Wentorfer mich und meine Arbeit bestätigen, indem sie ihre Stimme für mich abgeben.“
- Wahltermin: Sonntag, 26. September, von 8 bis 18 Uhr in den zwölf Wahllokalen. Ab Montag, 30. August, ist auch Briefwahl im Rathaus, Hauptstraße 16, möglich. Öffnungszeiten: montags von 8 bis 12 Uhr, dienstags von 7 bis 17 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr.
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