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Wentorf leistet sich akademisches Flaggschiff

Wentorf. Für 7488 Euro pro Jahr will sich die Gemeinde Wentorf jetzt ein neues kulturelles Flaggschiff leisten: Die Freie Lauenburgische Akademie (FLA) möchte sich auch räumlich in Wentorf stärker etablieren und bat darum, einen Raum im Angerhof anzumieten. Der Bürgerausschuss stimmte dem mehrheitlich zu.
Angerhof
Foto: Susanne Tamm
Der Angerhof soll neuer Sitz der FLA werden.
Bisher bot die FLA Vorträge, Seminare zu kulturellen Themen im gesamten Kreis an. In Wentorf bot die Alte Schule einen eher begrenzten „Hörsaal“. Außerdem zählen Exkursionen und Bildungsreisen in ganz Deutschland und Europa zum Programm.
„Ein Raum in Wentorf, wo wir stärkere Präsenz zeigen können, war immer unser Traum“, erläuterte Dr. Werner Budesheim, Vorsitzender der FLA. „Wentorf ist für uns nicht nur unser Hauptsitz, wo wir uns vor 19 Jahren gegründet haben und wir unser Büro haben, sondern auch ein ausgezeichneter Standort – Schnittpunkt zwischen Bergedorf und Reinbek.“ Von den etwa 300 Mitgliedern kommen einige sogar aus Lübeck oder Schwerin, berichtete er. Sein Stellvertreter Dr. Martin Pries warb für das Projekt: „Wir könnten einen lebendigen Treffpunkt schaffen. Weiche Standortfaktoren wie kulturelle Angebote sind wichtig für neue Mitbürger, auch wenn sie monetär schwer zu rechnen sind. Denn sie schaffen eine bessere Basis für die Identifikation.“
Die FLA plant für 2011 im Angerhof 32 Vorträge, vier Seminare, neue Kunstausstellungen, vier Konzerte und zehn Literaturcafés. Die Vorträge werden auch vom Bürgerverein mit bestritten, die Ausstellungen sollen vom Lauenburgischen Kunstverein ausgerichtet werden. Auch die Wentorfer Kulturwoche und der Adwentorfer Markt sollen den Raum direkt neben dem Rathaus mitnutzen können.
Bei CDU, SPD, den Grünen und auch bei der Verwaltung rannten Budesheim und Pries mit ihren Wünschen offene Türen ein. Kristin Thode (CDU) war begeistert von dem „ehrgeizigen Programm“, forderte allerdings den Vertrag zunächst zu befristen. Hans-Joachim Hass, Chef der UWW, begrüßte zwar die Arbeit der FLA, hatte aber Bauchschmerzen bei den Kosten für die Gemeinde. „Wir sollten zumindest diskutieren, ob nicht ein Mietzuschuss reicht, anstatt selbst als Mieter einzutreten“, sagte er. Sein Einwand verhallte ungehört.
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