Resolution
Grüne wollen Schuldenbremse
Sonntag, 27. Juni 2010 20:18
- Von Peggy Hesse-Sommer
Wentorf. Gibt es für die Kommunen einen Weg aus der Schuldenfalle? Zwar steht die Gemeinde Wentorf mit rund vier Millionen Euro Schulden und einem strukturellen Defizit von 900.000 Euro noch vergleichsweise gut da. Aber die im vergangenen Jahr beschlossene „Schuldenbremse“, nach der sich Bund und Länder bei der Kreditaufnahme zukünftig beschränken müssen, dämpft jeden Optimismus.

Foto: Susanne Tamm
Wentorfs Bürgermeister Matthias Heidelberg soll sich für eine kommunale Schuldenbremse in der Landesverfassung einsetzen, fordern Gemeindevertreter.
„Wenn wir nicht wollen, dass die Lasten, die Bund und Länder wegen der neuen Vorgaben nicht mehr schultern können oder wollen, demnächst den Kommunen aufgebürdet werden, müssen wir heute schon einen Riegel vorschieben“, sagte Holger Bartsch von Bündnis 90/Die Grünen in der jüngsten Gemeindevertreterversammlung. Sein Antrag: Die Schuldenbremse solle auch in den Kommunen umgesetzt werden. Sonst sei zu befürchten, „dass wir im Schuldenberg versinken“.
Das gerade von der schwarz-gelben Koalitionsregierung vorgestellte Sparpaket sieht unter anderem erhebliche Kürzungen im Sozialbereich vor. Aber wenn oben gekürzt wird, „steigen die Ausgaben für sozial Schwache bei den Kommunen und natürlich auch in Wentorf“, so Bartsch.
Dem könne man nur zustimmen, sagte Harro Vogt (CDU) und schlug vor, aus dem Antrag der Grünen mit kleinen Änderungen eine Resolution der gesamten Gemeindevertreterversammlung zu formulieren. Nach kurzer Beratung wurde einstimmig beschlossen, dass sich Bürgermeister Matthias Heidelberg beim Gemeindetag dafür einsetzen soll, dass in der Landesverfassung eine kommunale Schuldenbremse (keine neuen Schulden ab 2020) verankert wird.
Außerdem sollen Hilfen für finanzschwache Gemeinden vereinbart werden, ohne allerdings dafür andere Kommunen finanziell zu belasten. Diese Regelungen würden Wentorf direkt helfen, waren sich alle Fraktionen einig. Wenn man schon jetzt beginne, den Haushalt danach auszurichten, hinterließe man Kindern und Enkeln keinen Schuldenberg.
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