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Laichgewässer für Kröten zerstört?

Wentorf/Börnsen. Nicht nur wir Menschen sehnen uns nach den ersten Sonnenstrahlen:
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Amphibientreff
Foto: Susanne Tamm
Maren Tormählen, Carsten Walczok, Ute und Herwig Kuhlmann (v. li.) protestieren dagegen, wie das Regenrückhaltebecken ausgebaggert werden soll.
An den Gewässern und im Morast rund um den Pusutredder und hinter dem Möbelpark Sachsenwald hocken die Kröten, Frösche und Molche bereits in den Startlöchern. Sobald es etwa sechs Grad plus sind, treibt es sie aus der Winterstarre in die Gewässer, um sich zu paaren. Doch nach Ansicht von Maren Tormählen vom BUND schiebt die Gemeinde Wentorf diesem Treiben jetzt einen Riegel vor.
Sie und ihre Mitstreiter, die seit Jahren versuchen, die Amphibien in ihrer Wanderzeit vor dem Autoverkehr durch Schranken zu schützen, protestieren jetzt gegen die Arbeiten am Pusutredder. Die sollen die Entschlammung der Becken im Herbst vorbereiten. Aus Naturschutzgründen wurden dafür schon bis zum ersten März Weiden und Erlen sowie Langgräser gerodet. Bis Dienstag wurden außerdem Zufahrten über den benachbarten Bach Schulenbrook auf dem Gemeindegebiet Börnsen sowie eine Baustraße an der Rückseite der kaskadenartig angelegten Becken errichtet.
Genau das erregt den Ärger der Naturschützer: „Die Becken müssen entschlammt werden, das steht nicht infrage“, betont Tormählen. „Uns geht es um das Wie.“ Etwa 20 Jahre sei dort nichts getan worden, so habe sich aus der technischen Anlage ein besonderes Biotop mit begleitendem Quellbach entwickelt. „Die Anlage war vorbildlich“, sagt die Naturschützerin. „Mit typischem und vielfältigem Pflanzenbewuchs. Über den Feuerlöschteich hinter dem Möbelpark sind zwar fremde Fische eingetragen worden, doch die schmecken auch dem Eisvogel, der hier jagt.“ Kröten und Frösche kämen zum Laichen aus allen Richtungen. Die sonnenbeschienenen Gewässer mit Ruhezonen unter den Wurzeln am Bachbett seien dafür optimal.
Doch die seien durch die Arbeiten bedroht: „Für die Zufahrten wurden zerriebenes altes Mauerwerk und Zement verwendet, das einfach ohne Schutz in das Erdreich gedrückt wurde“, beklagt Tormählen. „Außerdem wurden weder der BUND noch die Gemeinde Börnsen oder die Wasserbehörde des Kreises an der Planung in diesem sensiblen Bereich beteiligt. Wir sind geschockt.“
Die Wasserbehörde bestätigte am Dienstag, dass die Zufahrten über den Bach bei einem Gespräch mit der Gemeinde nur am Rande erwähnt wurden. Die Verrohrungen seien eigentlich genehmigungspflichtig. Börnsens Bürgermeister Walter Heisch wusste am Dienstag noch nichts von den Rohren auf seinem Gemeindegebiet. Sein Wentorfer Kollege Matthias Heidelberg räumt ein, dass Börnsen versehentlich nicht informiert worden ist. Er wolle sich eilig bei Heisch entschuldigensagte er. Auch mit der Wasserbehörde solle es noch diese Woche ein Gespräch geben. „Uns ist sehr daran gelegen, dieses sensible Gebiet nicht zu stören“, sagte Heidelberg.
1 Kommentar
Olaf meint:
Diesen kleinen Streifen Natur-Paradies , der sich ohne spezielle Investitionen von selbst für Amphibien und Vögel entwickelt hat , sollte sich Wentorf am Rande des großen Gewerbegebietes doch erlauben können . Aber wie üblich :
erst Tatsachen schafffen und dann halbherzig Zerknirschung zeigen oder spielt Natur in unserer Glamour-Welt gar keine Rolle mehr ?

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