Kurse gefährdet
Streit um Zuschüsse für die VHS
Dienstag, 2. Februar 2010 21:00
- Von Peggy Hesse-Somer
Wentorf. Wann immer es in diesen Zeiten um das Thema Haushalt geht, geht es ums Kürzen und Streichen. Jede Institution ist froh, wenn sie noch etwas aus dem großen Topf bekommt. Nur die Volkshochschule Sachsenwald scheinbar nicht.

Foto: dpa
Gestritten wird über 27.000 Euro Zuschüsse für die VHS.
Amtsleiterin Monika Lehmann überraschte den Bürgerausschusses jetzt damit, dass die VHS im vergangenen Jahr 27.000 Euro nicht abgerufen habe. „Und wir sehen uns nicht in der Verantwortung, Zuschüsse hinterherzutragen“, so Lehmann.
Die Volkshochschule sieht das anders: „Wir haben mehrmals nachgefragt. Aber man hat uns das Geld nicht überwiesen“, sagt VHS-Leiter Ralph Fellermann empört auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Stadt Reinbek droht jetzt damit, die VHS-Kurse in Wentorf einzustellen.
Mit dem Streit um den Zuschuss von 27.000 Euro, mit dem die Gemeinde der Reinbeker VHS ihre Kurse in Wentorf vergütet, scheint ein längeres Unbehagen aufzubrechen. Zumal das Geld aus dem Haushalt 2009 jetzt verloren ist. Ein Defizit der VHS müsste die Stadt Reinbek ausgleichen.
„Das Entsetzen ist groß“, sagte Reinbeks Bürgermeister Axel Bärendorf. Seit Jahren sei die VHS-Arbeit in Wentorf und deren Vergütung durch die Gemeinde schwierig. Zu einer vertraglichen Regelung sei die Gemeinde nie bereit gewesen. Die Zahlung erfolgte auf freiwilliger Basis und sei von ursprünglich 120.000 DM auf 27.000 Euro gesunken.
Für zusätzlichen Zündstoff sorgt, dass der Bürgerausschuss mit den Stimmen von CDU und UWW jetzt beschlossen hat, den Zuschuss für 2010 um 20 Prozent, also um 5400 Euro zu kürzen. Detlef Werner (CDU) wollte gar den VHS-Zuschuss halbieren und im nächsten Jahr ganz streichen. Das ging den anderen zu weit: „Die VHS kann keine Kürzungen mehr verkraften“, warnte Dirk Petersen, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Hans-Joachim Haß plädierte für eine Staffellösung. Der UWW-Fraktionsvorsitzende schlug vor, den Zuschuss über fünf Jahre auslaufen zu lassen, während sich SPD und FDP für eine zehnprozentige Kürzung aussprachen.
Sollte Wentorf für 2009 tatsächlich keinen Beitrag für die VHS-Leistungen zahlen, „ist das die Aufkündigung einer bislang zwar schwierigen, aber kontinuierlichen Zusammenarbeit“, so Bärendorf. Angesichts der Haushaltslage müsse er die VHS anweisen, ihre Kurse mit Ende des Semesters einzustellen. Gleichzeitig hegt er noch Hoffnung: „Wir sollten darüber auf Chefebene noch einmal sprechen.“
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