Führerschen
Fahrtheorie: Prüfung jetzt am PC
Dienstag, 5. Januar 2010 18:51
- Von Susanne Tamm
Wentorf. Die Anspannung bleibt die gleiche: Am Dienstag warteten zwölf Bewerber auf den Führerschein nervös im Vorraum der TÜV-Station Nord am Stöckenhoop auf ihre theoretische Prüfung.

Foto: Susanne Tamm
Wolfgang Maier, Fachbetreuer Fahrerlaubnis beim TÜV, erläutert Luisa Dittrich, einen Fehler am PC – bestanden hat die 17-Jährige ihre Prüfung dennoch.
Mit dem Jahreswechsel dürfen sie in Schleswig-Holstein ihre Prüfung nur noch am PC statt auf Papierbögen ablegen. Die Wentorfer Prüfstelle ist eine von 29 in Schleswig-Holstein. Dort sollen künftig einmal in der Woche die Tests am Bildschirm abgelegt werden. Am Dienstag waren 36 Aspiranten angemeldet.
Einen Vorteil mochten die ersten zwölf vorab nicht feststellen. „Ich glaube, das ist reine Gewohnheitssache“, stellte beispielsweise Laura Welz (17) aus Glinde fest. Mark Klassen (17) aus Reinbek sagte: „Bis auf die höhere Gebühr sehe ich keinen Unterschied.“
Mit 20,83 Euro ist die Gebühr für die Fahrschüler genau um 9,76 Euro gestiegen. Die Erhöhung sei nicht allein auf die Geräte, sondern auch auf ihre Wartung und den Ausdruck zurückzuführen, den der Prüfling nach dem Test erhält, erläutert Helge Retzko, Leiter der TÜV-Station. Dieses Fehlerprotokoll ist laut Wolfgang Maier, Fachbetreuer Fahrerlaubnis des TÜV Nord, einer der Vorteile, den die Führerschein-Anwärter vom neuen Verfahren haben. Bisher konnten sie kein schriftliches Ergebnis mit nach Hause nehmen, jetzt erfahren sie, in welchem Themenkomplex es noch hakt.
Aus einem Katalog mit 1500 Fragen zu Gefahrenlehre, Verhalten im Straßenverkehr, Vorfahrt, Verkehrszeichen, Umweltschutz, Technik sowie über Vorschriften zum Fahrzeugbetrieb werden für jeden Prüfling per Zufallsprinzip 30 ausgewählt. „Sie entsprechen dem gleichen Stoff und Umfang wie bisher, sind weder leichter noch schwieriger“, sagt Retzko.
Maier erläutert: „Ein entscheidender Vorteil für den Bewerber ist jedoch, dass auf dem Schirm stets nur eine Frage auftaucht. So wird er durch die folgenden nicht abgelenkt.“ Die Antwort zu überspringen sei möglich, das Übersehen einer Frage aber ausgeschlossen. Wie auf den Fragebögen ist zur Aufgabe meist ein passendes Bild zu sehen, das der Prüfling jetzt näher heranzoomen kann.
Bei Marlen Lindenau (17) kam das System an. Sie hatte sogar den Vergleich, denn bei ihrer ersten Prüfung – noch auf Papier – hatte sie sich zwei Fehlerpunkte zuviel geleistet. „Den Test am PC fand ich übersichtlicher“, sagte die Geesthachterin. Auriel Tschaikowski (18) war überzeugt: „Es war eher ein Vorteil. Ich konnte die Fragen durchklicken“, erzählte der Reinbeker nach bestandener Prüfung. Er hatte vorher schon online geübt.
Eine erhebliche Erleichterung bietet das neue System den Prüfern: „Die Fehlerquote bei unseren Korrekturen geht gegen Null“, sagt Maier. Denn die Antworten werden nicht mehr per Schablone, sondern automatisch korrigiert. „Außerdem haben wir mehr Zeit, auf Manipulationen zu achten.“ Schummeln wird fast unmöglich. „Wenn sich der Stoff ändert, ist es außerdem ganz einfach, den Katalog zu ändern“, lobt Maier.

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wolff Marlis Franziska meint:
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