Mineralwasser

Nestlé trennt sich von Fürst Bismarck-Quelle

Ein Mitarbeiter der Fürst Bismarck-Quelle überwacht die PET-Produktionsanlage. Seit 1906 wird hier natürliches Mineralwasser aus rund 120 Meter Tiefe gefördert.

Foto: A3417 Ulrich Perrey / dpa

Ein Mitarbeiter der Fürst Bismarck-Quelle überwacht die PET-Produktionsanlage. Seit 1906 wird hier natürliches Mineralwasser aus rund 120 Meter Tiefe gefördert.

Aumühle. Die Marke passt nicht mehr ins internationale Konzept des Konzerns: Nestlé verkauft die Fürst Bismark-Quelle.

Aumühle.  „Klar wie Fürst Bismarck“ war der Slogan, mit dem der Nestlé-Konzern für die Mineralwassermarke aus dem Sachsenwald geworben hatte. Der Schweizer Weltkonzern hat sich jetzt von der bekannten norddeutschen Marke getrennt. Der Verkauf an die Norddeutsche Hansa-Heemann AG ist besiegelt.

Käufer ist die Norddeutsche Hansa-Heemann AG

Während die fürstliche Marke bei Nestlé nicht mehr ins internationale Konzept passt, ergänzt sie jetzt die Strategie des regional aufgestellten Mineralwasserunternehmens mit Sitz in Rellingen. „Die Premium-Marke ist ein guter Zugewinn und passt ideal zu unserem renommierten Mineralwassern Hella und St. Michaelis“, sagte der Vorstandsvorsitzende German Reichert am Dienstag, nachdem die Mitarbeiter im Aumühler Werk informiert waren. „Wir freuen uns auf den neuen Standort, an dem wir ein großes Interesse haben“, erklärte Reichert.

Alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Die Fürst Bismarck-Quelle ergänzt jetzt nach dem Marketingmotto „Das Gute liegt so nach“ die Kette der regionalen Brunnen in Bruchsal, Kloster-Lehnin, Löhne, Trappenkamp und Rellingen. Der Kauf sei auch eine klare strategische Entscheidung, um das Kernabsatzgebiet in Norddeutschland zu stärken, sagte Reichert. Der Standort verspreche hier gute Möglichkeiten, die Hansa-Heemann modernisieren und ausbauen wolle. Vorbehaltlich der kartellrechtlichen Zustimmung, die noch aussteht. Alle 105 Mitarbeiter sollen zu gleichen Konditionen übernommen werden, versprach Reichert.

Die Hansa-Heemann AG ist ein mittelständisches Unternehmen in familienhand mit bundesweit 700 Mitarbeitern. Jährlich werden gut zwei Milliarden Getränkeflaschen abgefüllt und zu 95 Prozent in Deutschland vertrieben. Nestlé hatte sich zuvor bereits von den Marken Rietenauer, Harzer Grauhof und Rhenser getrennt.