Verunsicherung
Junge (11) flüchtet vor Mitschnacker
Dienstag, 13. März 2012 18:01
- Von Susanne Tamm
Wentorf. Am Montag hat ein etwa 18-Jähriger versucht, einen Elfjährigen in sein Auto zu locken. Zwar reagierte der Junge genau richtig, indem er sofort Schutz in der Gruppe suchte - trotzdem sind Wentorfs Eltern jetzt verunsichert. Die Polizei empfiehlt, offen mit Kindern über die Gefahr zu sprechen.

Foto: Schwirten
Kinder müssen genau wissen, wie sie sich in brenzligen Situationen verhalten sollten. Daher sollten die Eltern offen mit ihnen sprechen.
Unter Wentorfs Eltern herrscht Verunsicherung, aber auch Wut: Am Montag gegen 14 Uhr hat ein etwa 18-jähriger Mann versucht, einen Elfjährigen zu seinem Auto zu locken. Laut Kriminalpolizei wurde der Grundschüler auf dem Heimweg an der Bedarfsampel an der Hauptstraße direkt vor dem Rathaus von dem jungen Mann angesprochen: Er wolle ihm etwas an seinem Auto zeigen.
„Der Junge hat vollkommen richtig reagiert“, lobt Joachim Böhm, Kripo-Chef in Reinbek. „Er hat sich abgewendet und ist zum Edeka-Markt gerannt, wo viele Menschen waren.“ Der Unbekannte – etwa 1,80 Meter groß, bekleidet mit Jeans und schwarzem Kapuzenpulli – sei noch kurz hinter ihm hergegangen und dann in unbekannte Richtung verschwunden.
Alle Eltern der Wentorfer Schulen und Kindergärten sind von den Schulleitern per Rundschreiben über den Vorfall informiert worden. „Mich macht es wütend, dass es solche Leute gibt“, sagte Dr. Katja Dominik, Elternsprecherin der Grundschule, gestern gegenüber unserer Zeitung. „Ich habe mit meinen beiden Jungs darüber gesprochen. Sie wissen, dass sie mit Fremden nicht mitgehen dürfen, auch wenn die behaupten, ihren Eltern sei etwas passiert.“ Der Fünft- und der Zweitklässler sollen jetzt nicht mehr allein zur Schule oder nach Hause gehen. „Die beiden nehmen den Vorfall erstaunlich gelassen auf“, hat sie festgestellt.
Sabine Schratzberger-Kock, Vorsitzende des Elternvereins der Grundschule, ist verunsichert. „Ich vertraue zwar meinen Söhnen und der Schule, aber welche Mutter kann schon ihre Hand dafür ins Feuer legen, dass sich ihr Kind in einer solchen Situation richtig verhält?“ An der Schule habe es bereits weitere Vorfälle gegeben. Schratzberger-Kock appelliert auch an diejenigen, die keine Schulkinder haben: „Es ist wichtig, dass Passanten auch auf fremde Kinder Acht geben und sich einmischen, wenn ihnen etwas merkwürdig vorkommt.“
Auch Böhm rät dazu, jetzt sachlich mit den Kindern über den Vorfall zu sprechen, und zu erklären, wie sie im Ernstfall reagieren sollen: nicht auf ein Gespräch einlassen, weggehen und Hilfe bei anderen Erwachsenen suchen. „Wir wissen nicht, mit welcher Absicht der Unbekannte den Jungen angesprochen hat“, hält Böhm fest. „Aber wir nehmen die Sache ernst.“ Einen Zusammenhang mit weiter zurückliegenden ähnlichen Fällen vermutet die Polizei nicht.
Wer etwas beobachtet hat, melde sich bei der Kripo unter (040) 727 70 70.

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hat joerg geschrieben meint:
joerg meint:
GerWin meint:
Dann lassen Sie sich mal, so es möglich ist, die abgegebenen Kommentare zu den Artikeln vom 15.11.2011, insbesondere aber vom 8.12.2011 übermitteln:
Es ging um die Verurteilung eines Mehrfachtäters gegenüber Frauen im Raum Wentorf/Reinbek, der gestellt und verurteilt werden konnte, weil eine Polizistin sich als Lockvogel zur Verfügung gestellt hatte.
Ich meine, er erhielt 8 Jahre und ein paar Monate - eine anschließende Sicherungsverwahrung wurde von der Richterin (!) nicht angeordnet.
Im Forum wurde (auch von einer Frau!) die mangelnde Therapie in Deutschland für diese Täter angeprangert.
Ob Frauen oder Kinder: Ihre Therapie scheint angesichts der Rechtsprechung in diesem Lande die einzig wahre zu sein!