28.02.12

Oberflächenwasser

Regen kostet Wentorf jährlich 400.000 Euro

Wentorf. Es kostet die Stadt etwa 400.000 Euro im Jahr, Überschwemmungen und Abwasser zu entsorgen. Noch werden diese Kosten in Wentorf mit Steurgeld finanziert - das kann sich aber bald ändern. Die Politik will jetzt die Anlieger direkt zur Kasse bitten - denn die Gemeinde muss sparen.

Nicht überall kann das Wasser versickern, sondern muss kostenpflichtig abgeleitet werden.
Foto: neff Nicht überall kann das Wasser versickern, sondern muss kostenpflichtig abgeleitet werden.

Einerseits vergrößert Regen einen unserer größten Reichtümer: die Trinkwasservorräte in den Grundwasserreservoirs. Andererseits muss der Niederschlag erst dorthin gelangen. Und zwar möglichst unbemerkt – ohne Keller oder Grundstücke zu überschwemmen. Das Wasser kann aber nicht überall gratis und naturnah versickern, sondern muss abgeleitet werden. Die Kosten werden in Wentorf derzeit noch mit Steuergeld finanziert – das soll sich ändern.

"Das ist ein Luxus, der andernorts nicht üblich ist", stellt Hauptamtsleiter Karsten Feldt klar. "Langfristig muss Wentorf ebenso wie für den Straßenausbau auch für den Ausbau und die Unterhaltung der Kanalisation Gebühren erheben." Denn die Kommunen sind verpflichtet, jede Einnahmequelle auszuschöpfen, um die Haushaltslage zu verbessern.

Etwa 390.000 Euro hat die Gemeinde jeweils 2010 und 2011 allein für die reine Unterhaltung und Bewirtschaftung aufwenden müssen. Für 2012 sind 460.300 Euro veranschlagt. Denn das Landeswassergesetz verpflichtet die Kommunen, für die Beseitigung des Niederschlags zu sorgen. Durch die zunehmende Versiegelung der Oberflächen in der Gemeinde wird die Sammlung und Ableitung der Wassermengen immer wichtiger. Zudem gibt es einige Flächen, wie das Neubaugebiet Auf dem langen Asper, wo eine naturnahe Verrieselung wegen einer Tonschicht überhaupt nicht möglich ist. Dort muss die Gemeinde teure Regenrückhalteanlagen und Kanalisation vorhalten.

Eine rechtliche Grundlage dafür will jetzt die Politik schaffen. Wie die Anlieger den Niederschlag versickern, verrieseln lassen oder in Gewässer einleiten müssen, das wollen die Politiker morgen während der Gemeindevertretung in einer technischen Satzung zur Niederschlagwasserbeseitigung beschließen.

Zur Unterhaltung und Bewirtschaftung gehören beispielsweise Entschlammung der Regenrückhaltebecken, Vermessungen, Befahrungen oder Reparaturen der Kanalisation für Kontrollen.

Grundsätzlich sind alle Anlieger anschlusspflichtig an das Entwässerungssystem. In einigen Fällen aber überträgt die Gemeinde die Beseitigungspflicht auf die Grundstückseigentümer. Denn dort gibt es keine Regenwasserkanalisation, weil die Anlieger es direkt in den Mühlenteich leiten oder ins Grundwasser versickern lassen. Bisher sind in der Liste der Satzung einige Grundstücke der Straßen Am Mühlenteich, Brookweg, Kiefernhain, August-Bebel-Straße, Am Schulenbrook, Grübbenweg, Golfstraße, Uhlenbusch, An der Lohe und am Grenzweg dafür vorgesehen.

Die Sitzung der Gemeindevertreter beginnt Donnerstag um 19 Uhr im Rathaus, Hauptstraße 16.

st
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