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Geld verschwindet im Ausguss

Wentorf. Gurgelnd verschwindet das Wasser im Ausguss – doch nicht kostenlos: 2,99 Euro pro Kubikmeter Schmutzwasser kassierte der Abwasserverband der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden im vergangenen Jahr von den Bürgern. Die Beseitigung des Abwassers kostet die Kommunen viel Geld.
Modernisierung der Abwasserkanäle in der Münchner Maxvorstadt, 2003
Foto: Rumpf, Stephan
Abwassergebühren erhöhen sich erneut. Heidelberg: Alles was in den Untergrund geht, kostet richtig Geld." (Symbolbild)
Deshalb muss der Verband jetzt nach einem Jahr schon zum zweiten Mal die Gebühren erhöhen: Der Kubikmeter Abwasser kostet jetzt 3,34 Euro.
Schon im Vorjahr hatte der Verband die Gebühren von 2,84 auf 2,99 pro Kubikmeter erhöht, weil ein Loch in der Kasse klaffte: Die Jahresrechnung Bilanz hatte einen Fehlbetrag von 92.000 Euro ergeben.
Die Umstellung auf die doppische Haushaltsführung brachte es ans Licht. Sie umfasst auch eine Bestandsaufnahme des Vermögens und die Abschreibungskosten. Der Wirtschaftsprüfer konnte den Haushalt des Verbandes dadurch erstmals mit harten, statt mit geschätzten Zahlen überprüfen. Er errechnete einen erneuten Fehlbetrag in Höhe von 355.000 Euro. Die Gebührenerhöhung war offenbar unzureichend gewesen. „Ohne die Erhöhung würden wir auch dieses Jahr wieder auf ein Defizit von 180.000 zulaufen“, sagt Matthias Heidelberg, Wentorfs Bürgermeister und Verbandsvorsteher.
Die Kommunen sind gesetzlich dazu verpflichtet, für die Schmutzwasserableitung zu sorgen und dabei kostendeckend zu arbeiten. Zum Abwasserverband der Lauenburger Bille- und Geestrandgemeinden haben sich Wentorf, Wohltorf, Aumühle, Escheburg, Börnsen, Kröppelshagen-Fahrendorf, Dasssendorf sowie die Reinbeker Stadtteile Krabbenkamp und Ziegelkamp zusammengeschlossen. Überschüsse dürfen sie allerdings nicht erwirtschaften.
Das ist aber auch nicht so einfach, wie Heidelberg berichtet: „Die Investitionen für die Abwasserbeseitigung sind hoch, denn alles was in den Untergrund geht, kostet richtig Geld. Wir müssen beispielsweise ein große Durchrohrleitung erneuern. Die kostet über eine Million Euro.“ Auch Pumpwerke sowie die Kontrolle der Leitungen mit Kameradurchfahrten stehen auf der Ausgabenliste. Auch dafür seien sechsstellige Beträge veranschlagt worden. Mit 3,85 Millionen Euro an Ausgaben rechnet der Abwasserverband für 2012 insgesamt.
Werden die Gebühren wieder gesenkt, wenn das Loch in der Kasse gestopft ist? „Momentan kann ich den Bürgern leider wenig Hoffnung machen“, sagt Heidelberg. Ob der Verband die Bürger wieder entlasten könne, hänge auch von den Abschreibungen und erforderlichen Sanierungen ab. „Wie jeder Haushalt müssen auch wir mit steigenden Kosten in der Unterhaltung rechnen, beispielsweise mit einer Erhöhung der Sielgebühren durch Hamburg Wasser.“
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