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Ist die neue Straßenführung für Radler gefährlich?

Wentorf. Karsten Gärtner ist entsetzt über die neuen Markierungen am Kreisverkehr: Sie leiten die Radfahrer vom Radweg auf die Straße. "Es ist dort viel zu eng für ein Nebeneinander von Autos und Radfahrern", warnt der Biologielehrer, in einem Schreiben an die Gemeinde Wentorf.
Radfahrer im Kreisverkehr
Foto: Susanne Tamm
Noch fehlen die die Piktogramme: An dieser Stelle müssen die Radfahrer jetzt auf die Straße.
Seine Besorgnis ist durch einen schrecklichen Unfall motiviert, an den er jetzt erinnert: "Am 7. Januar 2008 ist meine Schülerin Annika an dieser Stelle ohne jedes Eigenverschulden von einem nach rechts abbiegenden Lkw überrollt und getötet worden", schreibt er.
Noch heute stellen Unbekannte zu ihrem Gedenken Blumen-Gestecke und Kerzen an der Straßenecke für die damals 14-jährige Gymnasiastin auf, die aus Dassendorf mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule war. "Wenn ein großer Lkw kommt, wird es für Radfahrer, zumal Kinder, wieder lebensgefährlich!", warnt Gärtner.
Doch die Vorschriften sehen vor, dass Radler im Kreisel die Straße benutzen. "Wir haben dort die neuesten Empfehlungen der Verkehrsplaner umgesetzt", erläutert Bürgermeister Matthias Heidelberg. Um die Autofahrer darauf aufmerksam zu machen, sollen noch Fahrrad-Piktogramme auf der Straße aufgebracht werden. Nach dem Bau des zweiten Kreisverkehrs in Wentorf sollen die Radfahrer auch die gesamte Hauptstraße befahren. Derzeit dürfen die Radler dort noch die Gehwege nutzen. Langfristig wird die Radwegbenutzungspflicht im gesamten Ort aufgehoben.
Heidelberg unterstreicht: "Das Fahren auf der Straße im Kreisverkehr wird auch vom ADFC befürwortet." Im Gegenteil zu den Befürchtungen von Karsten Gärtner würden Radler und Autofahrer im Kreisel nicht nebeneinander fahren, sondern hintereinander. Das sei viel sicherer. "Wenn der Radler vor dem Auto fährt, wird er vom Fahrer auch wahrgenommen", erklärt Heidelberg.
Das bestätigt auch die Polizei: "Wenn der Fahrradfahrer vor oder hinter dem Fahrzeug radelt, kann er nicht in den toten Winkel geraten", erklärt Thomas Satzel, Chef der Polizeistation Wentorf. Kinder im Alter bis zu acht Jahren müssen hingegen auf dem Gehweg radeln, bis zu zehn Jahren dürfen sie es. "Ältere Kinder können auch immer noch absteigen und den Zebrastreifen benutzen", betont Satzel und weist darauf hin, dass es Fußgängerüberweg heißt.
Er appelliert außerdem an die Eltern, dass sie zu dieser Jahreszeit die Beleuchtung am Fahrrad ihrer Kinder kontrollieren. Die Polizei musste nach einer 20-minütigen Fahrradkontrolle vor dem Gymnasium 18 Beanstandungen ausschreiben. Deshalb kündigen die Beamten für die nächsten Wochen weitere Kontrollen auch vor anderen Schulen an.
"Wenn der Fahrradfahrer vor oder hinter dem Fahrzeug radelt, kann er nicht in den toten Winkel geraten."
Thomas Satzel, Polizeichef Wentorfst
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