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Eine runde Sache? Mit dem Fahrrad durch den Kreisel

Wentorf. Folgt man Beschilderung und Fahrbahnmarkierung, müssen Radfahrer, die älter als zehn Jahre alt sind, hier jetzt die Fahrbahn benutzen. Doch wie funktioniert der Kreisverkehr für Radler? Ist es gefährlich? Wir haben den Kreisel getestet.
Fahrradfahren im Kreisel
Foto: Carsten Neff
Redakteurin Susanne Tamm fährt mit dem Rad durch den Kreisel. Offenbar zu langsam: Ein Mazda setzt zum – im Kreisel verkehrswidrigen – Überholen an.
Schulterblick… ja, die Berliner Landstraße ist frei, ich kann vom Radweg auf die Fahrbahn fahren – doch die Dame im schwarzen Skoda Oktavia hinter mir ist offenbar anderer Ansicht: Sie fährt dicht an mir vorbei, überholt mich so zügig, dass sie vorm Zebrastreifen nicht mehr anhalten kann. Erst vor der Einfahrt in den Kreisel bringt sie ihr Auto zum Stehen. Der Mercedes wäre aber auch bestimmt stärker gewesen… Eine Szene, wie sie sich wohl täglich an Wentorfs neuem Kreisel abspielt.
Ich lasse den wartenden Fußgänger, der verdutzt dem Skoda hinterherblickt, über den Zebrastreifen. Dann erst fahre ich in den Kreisel hinein und drehe eine Runde: freie Bahn! Die Autofahrer hinter mir lassen mir meine Freiheit, fahren langsam, keiner hupt. Gut, bis auf die Anfahrt war das entspannt.
Da sehe ich einen jungen Radler auf dem Bürgersteig vorbeifahren. Eindeutig älter als zehn Jahre. „Ich fahre immer schön außen herum“, sagt Feuerwehrmann Panagiotis Kotzavram (16). „Auf der Straße ist es mir viel zu gefährlich.“ Damit ist er nicht allein: Ich sehe nur eine junge Frau, die durch den Kreisel radelt. Kotzavram will es auch nicht ausprobieren, absteigen mag er nicht. „Ich bin vorsichtig und nehme Rücksicht auf die Fußgänger“, versichert er. Von dem Kreisel hält er nicht viel: „Total verbaut.“ Nur die Berliner Kissen finden seine Anerkennung, weil sie verhindern, dass die Autofahrer rasen.
Ganz anders Ingrid Schlierstaedt (74): „Den Kreisel finde ich genial“, schwärmt sie. „Dort fahren die Autos langsam, die Fahrer nehmen jetzt endlich Rücksicht auf die Fußgänger.“
Ich starte zur zweiten Runde. Auf Höhe der Hamburger Landstraße schneidet mich der große grüne Bus von Autokraft, Linie 8810, und setzt sich direkt vor meine Nase. Weil der Autofahrer vor ihm jemanden über den Fußgängerüberweg lässt, muss der Busfahrer noch im Kreisel abrupt halten: Er hat nichts gewonnen, und ich bin so verdattert, dass ich vorm Einbiegen in die Berliner Landstraße das Handzeichen vergesse. Ein Fußgänger winkt dankend, weil ich ihn über den Zebrastreifen lasse.
In der dritten Runde bin ich dem Fahrer eines schwarzen BMW eindeutig zu langsam: Er überholt mich verkehrswidrig mitten im Kreisel. Offenbar ist er mit seinem Unwissen nicht allein. Eigentlich sollen Radler und Autos hintereinander durch den Kreisel fahren. Denn so können die schwächeren Verkehrsteilnehmer nicht in den toten Winkel der Lkw oder Busse geraten.
Fazit: Das Radeln nach Vorschrift ist nicht ungefährlich, weil viele Autofahrer offenbar nichts von der Gleichberechtigung mit Fahradfahrern halten. Oder sie wissen einfach nicht, dass sie im Kreisel hinter dem Radler bleiben müssen. Alles läuft jedoch vollkommen ruhig ab, ohne Hupen oder quietschende Bremsen. Die Mehrheit der Pkwfahrer jedoch fährt langsam und umsichtig.st
4 Kommentare
Frank Hinz meint:
Hallo Besserwisser,

beschäftigen Sie sich bitte einmal mit dem §26 StVO,welcher das überqueren eines Zebrastreifens fahrenderweise mit einem Fahrrad verbietet.
Solche Verbreitungen Ihrerseits sind sehr gefährlich, Sie sollten noch einmal zur Fahrschule gehen.
werner meint:
Echt nicht schlecht son Fahrradhelm...
Verwunderung meint:
Oh Kreisel, du unbekanntes Wesen.....
Mann sollte einigen Autofahrern nochmal erklären wie man sich beim Ein- bzw Ausfahren auf/aus dem Kreisel zu verhalten hat. Oft habe ich es schon erlebt dass die Führer der Fahrzeuge die sich auf der Berliner Landstraße befinden immer noch denken sie haben Vorfahrt und sausen einfach drauf los..... Außerdem gilt: Beim Ausfahren aus dem Kreisel bitte BLINKEN , bitte bitte bitte, das scheinen die meisten Autofahrer nicht mehr zu wissen......!!!!! Da wäre sicher mal eine Nachschulung angebracht.

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