Testfazit
Eine runde Sache? Mit dem Fahrrad durch den Kreisel
Dienstag, 13. Dezember 2011 16:33
Wentorf. Folgt man Beschilderung und Fahrbahnmarkierung, müssen Radfahrer, die älter als zehn Jahre alt sind, hier jetzt die Fahrbahn benutzen. Doch wie funktioniert der Kreisverkehr für Radler? Ist es gefährlich? Wir haben den Kreisel getestet.

Foto: Carsten Neff
Redakteurin Susanne Tamm fährt mit dem Rad durch den Kreisel. Offenbar zu langsam: Ein Mazda setzt zum – im Kreisel verkehrswidrigen – Überholen an.
Schulterblick… ja, die Berliner Landstraße ist frei, ich kann vom Radweg auf
die Fahrbahn fahren – doch die Dame im schwarzen Skoda Oktavia hinter mir
ist offenbar anderer Ansicht: Sie fährt dicht an mir vorbei, überholt mich
so zügig, dass sie vorm Zebrastreifen nicht mehr anhalten kann. Erst vor der
Einfahrt in den Kreisel bringt sie ihr Auto zum Stehen. Der Mercedes wäre
aber auch bestimmt stärker gewesen… Eine Szene, wie sie sich wohl täglich an
Wentorfs neuem Kreisel abspielt.
Ich lasse den wartenden Fußgänger, der verdutzt dem Skoda hinterherblickt,
über den Zebrastreifen. Dann erst fahre ich in den Kreisel hinein und drehe
eine Runde: freie Bahn! Die Autofahrer hinter mir lassen mir meine Freiheit,
fahren langsam, keiner hupt. Gut, bis auf die Anfahrt war das entspannt.
Da sehe ich einen jungen Radler auf dem Bürgersteig vorbeifahren. Eindeutig
älter als zehn Jahre. „Ich fahre immer schön außen herum“, sagt
Feuerwehrmann Panagiotis Kotzavram (16). „Auf der Straße ist es mir viel zu
gefährlich.“ Damit ist er nicht allein: Ich sehe nur eine junge Frau, die
durch den Kreisel radelt. Kotzavram will es auch nicht ausprobieren,
absteigen mag er nicht. „Ich bin vorsichtig und nehme Rücksicht auf die
Fußgänger“, versichert er. Von dem Kreisel hält er nicht viel: „Total
verbaut.“ Nur die Berliner Kissen finden seine Anerkennung, weil sie
verhindern, dass die Autofahrer rasen.
Ganz anders Ingrid Schlierstaedt (74): „Den Kreisel finde ich genial“,
schwärmt sie. „Dort fahren die Autos langsam, die Fahrer nehmen jetzt
endlich Rücksicht auf die Fußgänger.“
Ich starte zur zweiten Runde. Auf Höhe der Hamburger Landstraße schneidet mich
der große grüne Bus von Autokraft, Linie 8810, und setzt sich direkt vor
meine Nase. Weil der Autofahrer vor ihm jemanden über den Fußgängerüberweg
lässt, muss der Busfahrer noch im Kreisel abrupt halten: Er hat nichts
gewonnen, und ich bin so verdattert, dass ich vorm Einbiegen in die Berliner
Landstraße das Handzeichen vergesse. Ein Fußgänger winkt dankend, weil ich
ihn über den Zebrastreifen lasse.
In der dritten Runde bin ich dem Fahrer eines schwarzen BMW eindeutig zu
langsam: Er überholt mich verkehrswidrig mitten im Kreisel. Offenbar ist er
mit seinem Unwissen nicht allein. Eigentlich sollen Radler und Autos
hintereinander durch den Kreisel fahren. Denn so können die schwächeren
Verkehrsteilnehmer nicht in den toten Winkel der Lkw oder Busse geraten.
Fazit: Das Radeln nach Vorschrift ist nicht ungefährlich, weil viele
Autofahrer offenbar nichts von der Gleichberechtigung mit Fahradfahrern
halten. Oder sie wissen einfach nicht, dass sie im Kreisel hinter dem Radler
bleiben müssen. Alles läuft jedoch vollkommen ruhig ab, ohne Hupen oder
quietschende Bremsen. Die Mehrheit der Pkwfahrer jedoch fährt langsam und
umsichtig.st

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Frank Hinz meint:
beschäftigen Sie sich bitte einmal mit dem §26 StVO,welcher das überqueren eines Zebrastreifens fahrenderweise mit einem Fahrrad verbietet.
Solche Verbreitungen Ihrerseits sind sehr gefährlich, Sie sollten noch einmal zur Fahrschule gehen.
werner meint:
Verwunderung meint:
Mann sollte einigen Autofahrern nochmal erklären wie man sich beim Ein- bzw Ausfahren auf/aus dem Kreisel zu verhalten hat. Oft habe ich es schon erlebt dass die Führer der Fahrzeuge die sich auf der Berliner Landstraße befinden immer noch denken sie haben Vorfahrt und sausen einfach drauf los..... Außerdem gilt: Beim Ausfahren aus dem Kreisel bitte BLINKEN , bitte bitte bitte, das scheinen die meisten Autofahrer nicht mehr zu wissen......!!!!! Da wäre sicher mal eine Nachschulung angebracht.