Porträt
Ein Bulle träumt von Afrikas Berggorillas
Dienstag, 6. Dezember 2011 18:24
Wentorf. Manchmal läuft er noch ganz automatisch zum Garderobenständer im Flur, um seine Jacke zu holen. Dabei hat er doch jetzt einen Garderobenschrank – und ein eigenes Büro: Seit dem 1. Dezember ist Oberkommissar Thomas Satzel Leiter der Polizeistation.

Foto: Susanne Tamm
Thomas Satzel fährt gern zu Einsätzen raus. Also werden die Wentorfer ihn oft hinter dem Steuer sehen.
Die Dienststelle kennt der 36-jährige Familienvater gut, denn hier und in Reinbek hat er gleich nach seiner Ausbildung in Eutin und ab 2004 nach seinem Studium für den gehobenen Dienst in Altenholz gearbeitet. „Damals hatten wir noch ziemlich viel Ärger mit der Diskothek Viva am Südring. Da mussten wir jeden Sonnabend Sonderstreifen fahren, weil es immer Schlägereien gab. Aber das ist zum Glück Vergangenheit.“ Zu der Zeit wohnte er auch in Wentorf, doch die Familie wuchs und zog deshalb nach Büchen. 2007 wechselte er in die dortige Dienststelle. „Wegen personeller Veränderungen musste ich im Frühjahr 2008 dort die kommissarische Leitung übernehmen“, erzählt er. „Ich wurde ins kalte Wasser gestoßen. Da habe ich gemerkt: Ich kann das und es macht Spaß.“
Auch wenn er jetzt mehr Verantwortung trägt und Organisationstalent braucht, um den Dienstplan für sich und seine sechs Kollegen auszutüfteln, versteht er sich als Teamworker: „Ich mache auch weiter gern Dienst auf der Straße und fahre Einsätze mit – wie meine Kollegen“, sagt er. Er mag die abwechslungsreiche, spannende Polizeiarbeit. An den kleinen Dienststellen gefällt ihm, dass er als Polizist beispielsweise noch auf jugendliche und junge Straftäter einwirken kann. „Wir arbeiten eng mit den Staatsanwälten zusammen. Viele junge Leute, die straffällig geworden sind, rufen uns an und wenden sich direkt an uns, wenn sie Probleme haben“, berichtet er. „Ich hoffe, das bleibt auch in Wentorf so.“ Ansonsten rechnet er in Wentorf durch die Nähe zu Hamburg jedoch schon mit einer höheren Belastung und mit mehr Kriminalität als im eher ländlichen Büchen. Als Leiter der Polizeistation habe er auch repräsentative Aufgaben, sei nicht nur Ansprechpartner für alle Bürger, sondern auch für die Gemeinde, Politik, Feuerwehr, für Schulen und Vereine.
Privat gilt seine Liebe neben seiner Frau Nadine und den beiden Jungs, drei und fünf Jahre alt, dem Reisen: „Bevor unsere Kinder auf die Welt kamen, sind wir elf Monate auf Weltreise gewesen: Südafrika, Australien, Neuseeland und die USA“, erzählt er. „Besonders die Tierwelt hat uns fasziniert.“ Mit den beiden Kindern macht die Familie derzeit eher Europa unsicher. Ihr Traumziel ist Uganda, weil sie dort einmal die Berggorillas in freier Wildbahn erleben wollen – weitaus friedfertigere Gesellen als einige von Satzels „Kunden“.
Die Polizeistation ist montags bis sonnabends von 7 bis 21 Uhr besetzt. Zu allen anderen Zeiten springt die Polizeistation Reinbek ein. „Das klappt“, sagt Satzel, „denn wir haben kurze Wege.“ Telefon: (040) 72 97 80 47.st

Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
Gastro-Tipps
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche














tut nichts zur Sache meint: