25.10.11

Verkehrssituation

Wurde der Kreisel zu früh freigegeben?

Wentorf. Seit letzter Woche ist der Kreisel am Casino Park eröffnet -zu früh, wie viele Anwohner finden. Sie beschweren sich über fehlende Zebrastreifen sowie Bremsschwellen auf der Fahrbahn, die Autos beschädigen könnten. Das Ordnungsamt hat Mühe nachzubessern. Von Susanne Tamm

Schulweg
Foto: Tamm Matthias Strack und sein Chef, Ordnungsamtsleiter Sascha Kröger, lotsen die Grundschüler am Kreisel über die Berliner Landstraße.

Die Gemeinde übt noch. Zahlreiche Autofahrer fuhren gestern und am Montag probeweise einmal in den neuen Kreisel und auf derselben Seite wieder heraus. Viele von ihnen sind aber – ebenso wie die Fußgänger – verunsichert: "Was sollen denn diese Hubbel auf der Straße? Die reißen mir noch das Auto auf!", musste sich Ordnungsamtsleiter Sascha Kröger gestern und am Montagmittag vor Ort mehrmals anhören. Ebenso wie die Frage: "Kommt hier noch ein Zebrastreifen hin?" Kröger war gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Strack angerückt, um die Grundschüler über die Straße zu lotsen, weil die Fahrbahnmarkierungen und somit auch die Fußgängerüberwege noch fehlen.

Besorgte Eltern hatten sich am Sonntagabend an die Polizei und das Rathaus gewendet. "Morgen früh werden Hunderte Schüler aus den Ferien kommen, den Weg über den Casinopark nehmen und dann völlig unvorbereitet auf eine neue, komplexe Verkehrssituation stoßen", warnten beispielsweise Katrin und Dietmar Hahn in ihrem Schreiben. Sie betonten, dass weder eine Ampel noch ein Fußgängerüberweg oder Warnschilder die Autofahrer auf den Schulweg hinweisen würden. Mit der Freigabe des Kreisels hatte der Autoverkehr vielmehr absoluten Vorrang vor den Fußgängern erhalten.

Ihre Warnung hatte Erfolg: Montagmorgen zwischen 7.15 und 8 Uhr beobachtete die Polizei den Überweg für die kleinen Wentorfer, Montagmittag, gestern Morgen und am Mittag sicherte das Ordnungsamt den Übergang. Außerdem veranlasste Kröger, dass auf der Berliner Landstraße vorerst ein gelber Zebrastreifen aufgeklebt wurde.

Geduldig erläuterte er aufgebrachten Autofahrern außerdem, dass die Bodenschwellen, die sich nach ihren Vorbildern in der Hauptstadt "Berliner Kissen" nennen, die Pkw-Fahrer dazu zwingen sollen, vor dem künftigen Fußgängerüberweg abzubremsen: "Wenn Sie langsam mit einer Achse darüber hinwegfahren, passiert nichts." Denn schneller als 30 Stundenkilometer dürfe man dort auch künftig nicht fahren. Kröger ist überzeugt: "Das spielt sich alles ein." Sorge machen ihm allerdings noch die Kleintransporter und Geländewagen, die auch mit höherem Tempo über die Kissen fahren können. Hintergrund: Die Rettungswagen sollen problemlos passieren können. Kröger weist außerdem darauf hin, dass die Radfahrer im Bereich des Kreisels entweder auf der Straße fahren oder schieben müssen.

Die Fußgängerüberwege sollen samt Beschilderung und Beleuchtung nächste Woche fertig sein, dann wird auch das Pflaster um die Mittelinsel verfugt sein. Eine Extra-Markierung für die Berliner Kissen ist jedoch nicht vorgesehen. "Sie sind heller als der Straßenbelag", sagt Kröger. "Außerdem fallen sie mehr auf, wenn die Fußgängerüberwege noch beleuchtet sind." Das E-Werk wolle die Lampen noch diese Woche aufstellen.

Hätte man den Kreisel nicht einfach eine Woche später für den Verkehr freigeben können? Unnötig, sagt Hauptamtsleiter Karsten Feldt: "Der Kreisverkehr ist jetzt geeignet, den Verkehr aufzunehmen. Dass bis zur endgültigen Fertigstellung während des laufenden Verkehrs noch Arbeiten erledigt werden, ist die Regel. Wir wollten auch die Anwohnerstraßen entlasten, die unter der Vollsperrung zu leiden hatten."

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