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Bürger sollen über Zukunft der Lohe mitentscheiden

Wentorf. Werden in der Wentorfer Lohe bald Rinder statt Schafe weiden? Kontrolleure prüfen, ob die Hunde an der Leine sind? Wird der Wald eingezäunt? Die Gerüchteküche brodelt. Nun sollen die Die Bürger bei einem Workshop über die Zukunft des Erholungsgebiets mitentscheiden.
Schafe in der Lohe
Foto: Tamm
Ob die Schafe auch in Zukunft zum Landschaftsbild der Lohe gehören, steht noch nicht fest. Schäfermeister Gerd Jahnke hofft trotz brodelnder Gerüchteküche, dass seine Tiere bleiben dürfen.
Unter Hundebesitzern, Spaziergängern und anderen Erholungssuchenden brodelt die Gerüchteküche in Sachen Lohe. Alle machen sich Gedanken, wie es mit dem ehemaligen Truppenübungsplatz weitergeht, der an die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein übertragen werden soll.
Die meisten sind sich einig: Die Lohe soll so bleiben, wie sie ist! „Reiter, Jogger, Spaziergänger – man toleriert sich hier. Es ist genug Platz für alle und ich möchte meine Hunde weiter frei laufen lassen“, wünscht sich Ute Suhr (55), die mit ihren beiden Hunden täglich ihre Runden zwischen Wald und Trockenrasen dreht. Dass in der Lohe Leinenzwang herrscht, ist ihr zwar bekannt. „Aber da hält sich sowieso keiner dran.“ Andere Hundebesitzer befürchten dagegen, dass es mit der stillschweigenden Freiheit ohne Leine bald vorbei ist, sie haben sich zum Spazierengehen bereits jetzt an die Elbe zurückgezogen.
Ohne Hund sind Edith (72) und Gerd Brand (67) täglich in der Lohe unterwegs, „der Gesundheit wegen. Hier ist es so schön“, sagt Edith Brand. „Aber die Hunde sollten nicht frei laufen und stattdessen eine Extrawiese zum Austoben bekommen. Man sieht ja kaum noch Rehe hier.“ Das Ehepaar hat außerdem davon gehört, dass in der Lohe Heidekraut angesiedelt werden soll. Und dass die Schafe vielleicht Rindern weichen müssen. Schafe sollen jedoch weiter in der Lohe grasen, wenn es nach dem Willen der beiden Wentorfer geht.
Ihre Wünsche können Ute Suhr und das Ehepaar Brand bei einem öffentlichen Workshop kundtun, den die Stiftung organisiert. Spätestens im Winter sollen Bürger die Möglichkeit erhalten, bei der Gestaltung der Lohe mitzureden. Ein konkreter Termin steht noch nicht fest.
Ob die Schafe weiterhin zum Landschaftsbild des Gebietes gehören, ob Hunde eine Freilaufwiese bekommen oder im nächsten Herbst das Heidekraut blüht, das alles ist noch völlig offen, wie Barbara Wilhelmy von der Stiftung Naturschutz betont. „Erst einmal muss die Stiftung offizielle Eigentümerin werden. Das geschieht hoffentlich noch in diesem Jahr.“ Vor zwei Monaten hatte die Stiftung ihre Absichtserklärung zur Übernahme des Gebietes von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) unterschrieben. „Derzeit sind wir dabei, das Management der Wentorfer Lohe neu zu organisieren“, so Stiftungsvorsitzender Walter Hemmerling. „Der nächste Schritt wird eine Sitzung der Lenkungsgruppe sein, auf der der Termin für den öffentlichen Workshop festgelegt werden soll. Der wird den Sinn haben, das weitere Fortkommen und die Nutzungen auf der Lohe festzulegen.“ Ziel soll es sein, die Wünsche der Bürger mit dem naturschutzfachlichen Leitbild in Einklang zu bringen. Das beinhaltet kurz gesagt: Wald soll Wald bleiben, offene Landschaft soll offengehalten werden. Ob durch Rinder oder Schafe, das steht noch lange nicht fest.
Schäfermeister Gerd Jahnke, dessen 300 Mutterschafe in der Lohe weiden, ist trotz aller Gerüchte zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass ich bleiben kann.“
1 Kommentar
Herwig Kuhlmann meint:
Es muß für jeden Hundebesitzer auf der Lohe klar sein für die Zukunft, daß nicht angeleinte Hunde nicht nur eine Gefahr für die Tiere sind, sondern auch für Menschen, die nicht mit Hunden aufgewachsen sind. Es wird angestrebt - wie am Höltigbaum, daß ein spezieller Platz für nicht angeleinte Hunden geschaffen wird und nur hier geführt werden können. Auf der restlichen Fläche sind nur angeleinte Hunde zu führen. Geht diese Lösung nicht, dann werden Bußgelder fällig - wie am Höltigbaum. Die wirken....

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