31.10.10

Heike Götz

Abschied mit ein bisschen Wehmut

Altengamme. Dutzende Umzugskisten stapeln sich auf dem Eichenparkett. Die Bücherregale an der Wand sind bereits leer geräumt, jetzt fehlen nur noch Leuchter, Vasen, alte Dias und vieles mehr, das Heike Götz in den Schränken ihres Arbeitszimmers aufbewahrt hat. Von Jule Monika Witt

Heike Götz
Foto: Monika Witt Die NDR-Fernsehmoderatorin Heike Götz räumt ihr Arbeitszimmer am Altengammer Elbdeich leer, verpackt Bücher und Manuskripte.

Die Journalistin, die seit 1999 die beliebte NDR-Sendung "Landpartie" moderiert, sitzt auf ihrem Schreibtischstuhl mitten in dem lichtdurchfluteten Raum, durch dessen drei große Fenster im halbrunden Erker die Herbstsonne fällt. "Das schöne Altengamme werden wir vermissen ", sagt die 46-Jährige mit ein bisschen Wehmut.

Sie und ihr Mann Detlef Lafrentz, der in Bergedorf eine Feldenkrais-Praxis betreibt, kehren Hamburgs östlichstem Stadtteil nach mehr als sieben Jahren den Rücken. "Nicht, weil es uns hier nicht mehr gefällt" , sagt die Moderatorin. Vielmehr wünschte sich das Paar seit längerem eine eigene Wohnung, die sie nun in Wentorf gefunden haben. "Wir tauschen die Elbe gegen die Bille", sagt Heike Götz und lacht.

Die Nähe zum Wasser ist ihr wichtig. Das mag auch daran liegen, dass sie im Nordvorpommerschen Grimmen aufgewachsen ist, von dem die Hansestädte Stralsund und Greifswald nur jeweils 30 Kilometer entfernt sind. Entsprechend hat sie es genossen, im Sommer eine "Landpartie" am Greifswalder Bodden zu drehen.

Die Vierlande entdeckte Heike Götz 2003 für sich. Anfang des Jahres war sie von Berlin nach Hamburg gezogen, kurze Zeit später lernte sie ihren Mann kennen, der in Bergedorf wohnte. "Wir sind häufig an der Elbe spazieren gegangen und wollten hier auch gern wohnen", erzählt sie. Schon bald wurden sie fündig: auf dem traditionellen Hof Lindeck am Altengammer Elbdeich. Seine Geschichte reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Ein Großteil der Hofanlage, die seit 1997 unter Denkmalschutz steht, ist nach einem Brand im Jahr 1924 neu aufgebaut worden - im Fritz-Schumacher-Stil. Fünf Jahre später wurde sie Staatsgut und bis 1886 bewirtschaftet. Es folgte eine Hausbesetzung, dann zog eine Kommune ein. Zwei der Kommunarden erwarben schließlich das Anwesen. "So hat dieser traditionelle Hof auch etwas Unkonventionelles", sagt Heike Götz.

Sie wird sich gern an ihre Altengammer Zeit erinnern. "Allein die schönen Feste, die wir hier gefeiert haben." Eines davon war ihre Hochzeit im Juli 2004, "ein tolles Sommerfest". Trotzdem freut sich das Paar jetzt auf seine eigenen vier Wände - "nicht weit entfernt von einem S-Bahnhof und einer kleinen Stadt, in der wir einkaufen können" , sagt Heike Götz. Einen Nachteil gibt es aber: "Dass wir keine Hamburger mehr sind", gefalle ihrem Mann, einem überzeugten Hanseaten, gar nicht.

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