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Gasleitungs-Check in luftiger Höhe

Allermöhe. Tor auf, Tor zu, Wasserstand rauf und runter: Kurt Buchholz ist das Hin und Her leid. „So kann keiner vernünftig arbeiten“, sagt der Schiffsführer der „Brückenkieker“. Die vollautomatische Krapphofschleuse erweist sich an diesem Vormittag als Handicap.
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Brückenkieker
Foto: Monika Witt
Dass ein Schiff dort auch einmal länger liegen muss, damit, wie in diesem Fall, die Gasleitungen kontrolliert werden können, darauf ist die hochmoderne Anlage nicht programmiert. Buchholz, seit mehr als 30 Jahren im Geschäft, greift kurzentschlossen zum Handy. Wenige Zeit später taucht ein Mitarbeiter der Bergedorfer Wasserwirtschaft an der Schleuse auf und stoppt den automatischen Betrieb.
Die „Brückenkieker“ hat derweil unterhalb des Schleusendamms festgemacht. Kurt Buchholz und sein Spezialschiff, das 1983 auf der Menzer-Werft in Bergedorf gebaut wurde, sind am Donnerstag, 2. September, und für die folgenden Tage von E.on Hanse gemietet. Zwar steuert er auch sonst für den Landesbetrieb Brücken, Straßen und Gewässer Hamburgs mehr als 2300 Überführungen an. Dann begleiten ihn aber zumeist Ingenieure, die den Zustand der Bauwerke kontrollieren. Heute sind André Schmidt vom Bezirksamt Hamburg-Mitte, der für seinen kranken Decksmann eingesprungen ist, sowie Projektleiter Stephan Albers und Stefan Kretschmer vom Team Netzüberwachung des Energieversorgers mit an Bord.
Schnell stellt sich heraus, dass die ausladende Hebebühne nicht die geeignete Plattform ist, um in die verwinkelten Nischen der Stahlkonstruktion vorzudringen. So klettern Albers und Kretschmer in den kleinen Korb des Steigers, den der Schiffsführer auf bis zu 13,50 Meter Höhe ausfahren kann. Drei Leitungen unter dem Schleusendamm gehören E.on Hanse: „Eine Nieder- und eine Hochdruckleitung sowie ein Steuerkabel“, sagt Albers.
Schrauben, Muttern, Halterungen – alles wird genauestens inspiziert. Wo der Blick verstellt ist, helfen eine Taschenlampe und ein großer Spiegel. Kretschmer führt die Sonde des Messgerätes an den Leitungen entlang. „Alles dicht“, lautet sein knapper Kommentar. Besonderes Augenmerk legen die Prüfer auch auf die beiden Punkte, an denen die Leitungen in einem Mantelrohr im Beton verschwinden. Da dieser Bereich vergittert ist, um die Tauben fernzuhalten, muss Albers erst das Drahtgeflecht lösen. Doch der 50-Jährige ist zufrieden. Auch hier gibt es nichts zu beanstanden. Die nächste Kontrolle wird in zwei Jahren sein – dann muss die Hochdruckleitung erneut geprüft werden. „Die Niederdruckleitungen sind nur alle vier Jahre an der Reihe“, sagt Kretschmer.
Allein in Hamburg summiert sich das Gasnetz auf 7400 Kilometer. Ein Bruchteil der Leitungen verläuft unter Brücken. „Das Spezialschiff mieten wir für etwa drei Wochen im Jahr“, sagt Albers. Allein vier Tage davon sind sie auf der Dove-Elbe unterwegs.
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