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Nur große Vereine überleben

Tatenberg. Dass er den gleichen Vornamen hat wie sein Vorgänger, empfindet Norbert Kurfürst als Vorteil. „Schließlich duzen wir uns im Verein“, sagt der neue erste Vorsitzende des Sportklubs Vier- und Marschlande (SCVM).
SCVM
Foto: Thomas Heyen
Norbert Kurfürst in seinem Büro. Er ist Vorsitzender des größten Sportvereins in den Vier- und Marschlanden.
Vor 100 Tagen trat der 53-Jährige die Nachfolge von Norbert Pernitt an, der den Sportverein seit 2004 führte.
Kurfürst, der sein Geld als Chef der Firma „Michael Schütt Sanitär- und Heizungstechnik“ verdient, lebt seit 23 Jahren am Tatenberger Damm. Aufgewachsen ist der Elektromeister in Moorfleet. Der Vater zweier Töchter (21, 18) ist vor sieben Jahren in den SCVM eingetreten. „Damals wollte meine jüngste Tochter Fußball im Verein spielen, wie einige andere Mädchen auch“, berichtet Kurfürst, der bald darauf das erste Mädchen-Fußball-Team des SCVM trainierte. „Heute sind es sieben Mädchen- und Frauen-Mannschaften – eine der größten Abteilungen in Hamburg.“
Auf seine Arbeit als Vorsitzender hat sich der 53-Jährige lange und gut vorbereitet. Mit seinem Vorgänger besuchte er Vorstandssitzungen und Feste, blickte, ohne Mitglied des Vorstands zu sein, hinter die Kulissen. „Der Verein läuft rund“, sagt Kurfürst und verweist darauf, dass der SCVM mit 3200 Mitgliedern der größte Sportverein im Landgebiet ist. „Wir sind quasi schuldenfrei. Das Darlehen für die Halle in Fünfhausen ist 2011 abbezahlt.“
Das Angebot des Vereins lässt kaum Wünsche übrig: Einradfahren können die Mitglieder ebenso wie Beach-Volleyball spielen oder in der Vierländer Trachtengruppe tanzen. In Ochsenwerder, Kirchwerder und Moorfleet trainieren die SCVM-Sportler in fünf Schulsporthallen und auf vier Sportplätzen.
Alle zwei Wochen setzt sich der Vorstand zusammen, einmal im Monat sind die Leiter der 17 Sport-Abteilungen dabei. „Dann geht es unter anderem um Termine in den nächsten Monaten, etwa die ‚Kinder-Olympiade’ in der Sporthalle Fünfhausen am 19. September.“
Mit einem Feierabend-Management sei so ein größer Verein nicht zu führen, sagt Kurfürst. Deshalb ist er froh über seinen Geschäftsführer: Martin Füllenbach ist acht Stunden am Tag nur für den Verein da, übernimmt die meiste Arbeit.“ Wichtige Entscheidungen fällt allerdings der Vorstand.
„Wir wollen auch die regelmäßigen Treffen mit den Vorständen der benachbarten Sportvereine Altengamme und Curslack-Neuengamme wieder beleben.“ Weitere Fusionen würden aus Kurfürsts Sicht jedoch keinen Sinn machen: „Eltern, die ihre Kinder zum Training fahren, müssen schon jetzt große Distanzen überwinden. Den Junior aus Moorfleet mehrmals die Woche zum Fußballtraining in Altengamme zu bringen, sollten wir niemandem zumuten.“
Ein erklärtes Ziel hat der neue Vorsitzende: „Die Zahl der Mitglieder darf nicht unter 3000 sinken. Für kleine Vereine ist es nämlich schwierig, sich zu behaupten.“ In Hamburg gebe es an jeder Ecke einen Sportplatz. Mitglieder-Wechsel von einem Verein zum nächsten können schnell das Aus für kleine Clubs bedeuten.
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