Feuerwehr
Bei Ebbe kann die Feuerwehr nicht helfen
Mittwoch, 11. August 2010 20:37
- Von Thomas Heyen
Kirchwerder. Die Freiwilligen Feuerwehren müssen oft mit Booten auf der Stromelbe oder Binnengewässern ausrücken. Dazu werden die Boote über Slipanlagen ins Wasser gelassen. Doch der Tidenhub hat sich so verändert, dass die Anlagen kaum noch benutzt werden können.

Foto: Timo Jann
Feuerwehrleute bei einem Einsatz auf der Elbe. Nicht überall können sie ihre Boote unproblematisch zu Wasser lassen.
Bei extremem Niedrigwasser setzen die Bootsanhänger am Ende der Slipanlagen auf, weil sie nicht mehr weit genug ins Wasser reichen. Die Absätze sind dann 20 bis 30 Zentimeter hoch.
In den Vierlanden sind drei Rampen an der Stromelbe betroffen, berichtet Karsten Dabelstein, Bereichsführer Vierlande der FF Hamburg – in Altengamme in Höhe des Norddeutschen Hauses, in Krauel in Höhe Kiebitzbrack und am Fähranleger Zollenspieker.
Die Alarmierungen, die den Einsatz der Boote erfordern, haben deutlich zugenommen, berichtet Dabelstein. „Das kann an erhöhtem Schiffsverkehr liegen oder auch ein Zufall sein.“ Doch die Wehren müssen für den Notfall gewappnet sein. Probleme mit den Anlagen kosten Zeit, im schlimmsten Fall Menschenleben.
Im Verantwortungsbereich von Sebastian Struß, Bereichsführer Marschlande, sieht es nicht besser aus: Dort müssten die Slipanlagen im Oortkaten-Hafen und in Spadenland in Höhe „Zum Goldenen Kringel“ verlängert werden. Struß: „Die Kameraden der FF Spadenland weichen bereits zur Tatenberger Schleuse aus, dort ist eine recht neue Anlage. Doch das kostet Zeit.“
Binnendeichs die gleichen Probleme: „Die Anlage am Hohendeicher See, nahe der Surfschule, ist nicht mehr nutzbar, dort fahren wir uns alles kaputt“, sagt Struß. Die Slipanlagen der Jachtclubs in Tatenberg seien für die Wehren oft kaum zugänglich.
Struß hat sich deshalb mit Uwe Wehling, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Bergedorfer Bezirksamt, am Tatenberger Deich nahe der Regattastrecke am Fuße einer gepflasterten Deichabfahrt zu einem Ortstermin getroffen: „Hier wäre eine neue Slipanlage ideal“, sagt der Bereichsführer. Wehling will nun einen Bauentwurf ausarbeiten und mit den zuständigen Behörden sprechen. Die Kosten schätzt er auf „ungefähr 50.000 Euro“. Das Geld müsste bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt beantragt werden. Die Rampe am Hohendeicher See werde geprüft „und im Bedarfsfall instand gesetzt“.
Die Mittel für die Erweiterungen der Anlagen an der Stromelbe müsste die für die Feuerwehr zuständige Innenbehörde bereitstellen. „Wir haben den Handlungsbedarf erkannt, aber die Rampen stehen nicht ganz oben auf der Prioritätenliste“, sagt Sprecher Ralf Kunz und weist auf die leeren Kassen hin.
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