„Spiekermarkt“
Investor will keine halben Sachen
Dienstag, 10. August 2010 19:42
- Von Jule Monika Witt
Kirchwerder. Eineinhalb Jahre ist es her, dass zwei große Projekte in den Vierlanden beim ersten Architekturdialog der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Eines befindet sich seit einem Jahr im Bau: das Hotel am Zollenspieker Fährhaus. Beim zweiten tut sich gar nichts.

Foto: Thomas Heyen
Seit Anfang 2007 liegt das ehemalige Kamps-Gelände am Süderquerweg brach.
Seit Anfang 2007 liegt das ehemalige Kamps-Gelände am Süderquerweg brach und das, obwohl sich bereits wenige Monate nach Schließung der Brotfabrik eine Bürgerinitiative formierte, die einen Lebensmittel-Discounter auf dem Areal forderte. 272 Unterschriften übergab Brigitte Fischer damals Bezirksamtsleiter Dr. Christoph Krupp.
Der neue Eigentümer des Fabrikgeländes, die „Grundstücksgesellschaft Süderquerweg – Kohpeiß GmbH & Co. KG“, wollte dem Wunsch der Anwohner gern entsprechen. Unter dem Arbeitstitel „Spiekermarkt“ ließ Jens Kohpeiß vom Büro „Zwok Architektur“ ein Konzept erarbeiten, das ein Nahversorgungszentrum mit einem Lebensmittel-Vollversorger und -Discounter, einen Drogeriemarkt und andere kleine Läden vorsah. Knapp 2800 Quadratmeter betrug die geplante Verkaufsfläche. Die Substanz der alten Gebäude sollte im Wesentlichen erhalten, aber umgebaut und modernisiert werden.
Konkurrenz für kleine Läden
Die Pläne stießen auf ein großes, wenngleich geteiltes Echo. Mit Discounter, Drogerie- und Getränkemarkt konnten sich sowohl Bezirksamt als auch die Mehrheit der Parteien anfreunden. Nicht so die CDU: Sie befürchtete, dass die kleinen Lebensmittelgeschäfte im Umkreis des „Spiekermarktes“ dem Konkurrenzdruck nicht standhalten können. Trotzdem gibt es mittlerweile einen politischen Mehrheitsbeschluss von SPD, Grünen und Linken, der am Süderquerweg ein Nahversorgungszentrum mit einem Lebensmittel-Discounter (900 m2 Verkaufsfläche), einem Getränke- (400m2) und einem Drogeriemarkt (400 m2) zulässt. „Zu wenig“, meint Investor Jens Kohpeiß. Für ihn macht das Projekt „Spiekermarkt“ nur Sinn, wenn es dort auch einen Lebensmittel-Vollversorger – voraussichtlich Rewe – mit einer Verkaufsfläche von 799 Quadratmetern gibt. „Alles andere wäre halbherzig.“
Die Rechtslage ist eindeutig. Für das ehemalige Kampsgelände gibt es bislang keinen Bebauungsplan, vielmehr liegt es nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches in einem im Zusammenhang bebauten Gebiet. Und hier ist die Verkaufsfläche für Lebensmittel auf 800 Quadratmeter begrenzt. Als einen Teilerfolg kann der Investor indes verbuchen, dass im „Einzelhandels- und Zentrenkonzept“, das die Cima für den Bezirk Bergedorf erstellte und das im jüngsten Hauptausschuss beschlossen wurde, das Areal am Süderquerweg als „zu entwickelnder zentraler Versorgungsbereich“ vorgeschlagen wird.
Bergedorfer Zeitung Online
Kopheiß will alles oder nichts
Für den Investor hat die zusätzliche Konkurrenz, die sein Vorhaben für die ansässigen Geschäfte mit sich bringt, eher einen belebenden Effekt, von dem die Bevölkerung ausschließlich profitiere. „Bislang konzentrieren sich die Einkaufsmöglichkeiten auf wenige Punkte: Curslack/Neuengamme und Fünfhausen“, sagt Kohpeiß. „Der große Rest des Landgebietes ist unterversorgt.“ Dazu gehöre auch Kirchwerder. Mit Blick auf die Zukunft komme für ihn deshalb nur die große Lösung – inklusive Vollversorger – infrage. „Wenn die nicht geht, geht gar nichts.“
Und sie könnte gehen. Sollte sich bei der Mehrheit der Politiker ein Sinneswandel vollziehen, „dann kann im Stadtplanungsausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes beantragt und beschlossen werden“, sagt dessen Vorsitzender Peter Gabriel (SPD). In ihm könnte dann neben dem bereits bewilligten Lebensmittel-Discounter auch ein Vollversorger für den „Spiekermarkt“ ausgewiesen werden.

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MeisterPetz meint:
Ein Anwohner meint:
Denn die momentanen Fahrzeiten um seinen Lebensmittelbedarf zu decken sind schlicht unakzeptabel und belasten die Umwelt auch. Die LKW Belastung wird zwar steigen, aber sicherlich lange nicht so hoch sein wie zu Wendeln Zeiten, wo jede Nacht zwischen 20 und 30 LKW's vom Süderquerweg starteten.
Die Ansiedlung der Märkte würde die Wohnqualität steigern und vielleicht auch dafür sorgen, das Familien bleiben und auch dazukommen.
MannvomSülzbraack meint:
Oder eine Große Tankstelle wäre auch was tolles.