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Alarm! 5000 Techno-Jünger feiern am Eichbaumsee

Allermöhe. Die Behörden wurden von Ansturm völlig überrascht. Der Veranstalter hatte "Kunst auf Leinwänden" sowie "Gedichte und Geschichten mit Musikuntermalung" angemeldet.
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Techno
Foto: citynewstv
Die Polizei sperrt die Straßen ab, damit der Fußgängerstrom sicher ist.
Einen Tag nach der Tragödie von Duisburg, wo bei der Loveparade 19 junge Menschen ums Leben kamen und mehr als 500 verletzt wurden, haben Tausende Techno-Anhänger am Eichbaumsee eine Party gefeiert. Einige kamen offenbar direkt von der Loveparade. Das Brisante: Polizei – und angeblich auch der Veranstalter – wurden von dem Ansturm völlig überrascht.
Angemeldet hatte Musikproduzent Jens Kiefel eine „Kunst- und Musikveranstaltung“ für Sonntag zwischen 15 und 22 Uhr – mit 200 bis 400 Gästen. Es kamen nach Schätzungen der Polizei rund 5000 junge Erwachsene. Die Techno-Jünger reisten mit ihren Autos aus Kiel, Lübeck und Rostock an, selbst Niederländer und Dänen waren dabei. „Ich komme gerade von der Loveparade in Duisburg, das war echt dumm gelaufen. Hier am See aber ist es hammergeil“, freute sich Sebastian.
Die Stimmung war bestens: Die Hamburger Band „Stimming“ sowie die DJs Magda aus Berlin und H.O.S.H. aus Hamburg heizten der Masse kräftig ein. Allein: Es gab lediglich vier Dixi-Klos und keinen Ordnerdienst. Die Bässe wummerten so laut, dass sogar die Kühe auf der Weide wie verrückt im Kreis liefen. Mehr als 20 Anwohner vom Eichbaumsee beschwerten sich bei der Polizei über den Lärm.
Die Beamten reagierten vor dem Hintergrund der Massenpanik in Duisburg alarmiert. Sechs Streifenwagen aus Bergedorf und der Bereitschaftspolizei eilten an den zugeparkten Moorfleeter Deich, auf dem Tausende Techno-Fans liefen, die zurück zur S-Bahnstation Mittlerer Landweg wollten. Der westliche Teil der Hans-Duncker-Straße musste zeitweise für Fußgänger freigegeben werden. Die Autobahn-Anschlussstelle blieb Richtung Osten eineinhalb Stunden, bis 23.30 Uhr, gesperrt.
„Toll, dass die Polizei für extreme Sicherheit gesorgt hat. Aber die Party ist bei MySpace wie im Schneeballsystem beworben worden und damit total aus den Fugen geraten“, sagt Veranstalter Jens Kiefel aus St. Pauli, bei dem die Beamten 1,31 Promille Atemalkohol maßen. Angeblich hatte er auch Künstler eingeladen: „Aber Street-Art ist meist aus Papier, und schon am Samstag haben mir die ersten Künstler wegen des Wetters abgesagt“, erklärte der 39-Jährige am Montag gegenüber der „bz“.
Sein Antrag auf Nutzung des Geländes war am 24. Juni im nichtöffentlichen Teil der Bezirksversammlung besprochen und zwei Wochen später genehmigt worden. Er bezog sich auf „Kunst auf Leinwänden“ sowie „Gedichte und Geschichten mit Musikuntermalung“. Als Auflage galt: Nicht lauter als 70 Dezibel. Schon damals hatten Politiker nach einer Recherche im Internet Zweifel geäußert.
Es sei nur „unerwartet voll und laut“ gewesen, sagt Bergedorfs Polizeichef Bernd Krösser. Außer den Besucherströmen und dem chaotischen Parken sei es jedoch friedlich geblieben. „Wir hatten eine drei mal vier Meter große Bühne und eine 4000-Watt-Anlage erlaubt“, sagt Baudezernent Arne Dornquast, der nun überlegt, den Veranstalter nachträglich für die zusätzliche Müllentsorgung zur Verantwortlich zu ziehen.
Politiker Jörg Froh (CDU) ist entsetzt: „Das waren bis zu 8000 besoffene Leute, die laute Bumbum-Musik hörten“, sagt der 52-Jährige, der nun via politischer Anfrage beim Bezirksamt Details erfragen will, denn: Veranstaltungen am Eichbaumsee müssen wasserbezogen sein oder einen lokalen Bezug haben. Froh: „Das aber war viel lauter und chaotischer als Wutzrock.“
47 Kommentare
Peter Panski meint:
Friedliches feiern am Sonntag, ich weiß nicht, was daran falsch sein soll!!!
Kiezfutzi meint:
um es mal in meine worte zu fassen: unter aller Sau...
...wie kann sich ein 52-jähriger politiker in eine jugendkultur reinhängen von der er keine Ahnung hat?
klar kann ich verstehen das diese art von freizeitgestalltung, musikgeschmack, ... nicht jedem passt, aber dazu sind wir doch menschen um selbst zu entscheiden was uns gefällt!!!
und wenn uns das gefällt dann sollten die poli`s da oben mal was dafür tun das, dass was der jugend gefällt gefördert wird...
...und nich verboten oder nicht genehmigt, weil das ein paar "mächtigen" leuten nich pass!!!
Fred meint:
Wie kann man diese Veranstaltung nur in so ein falsches Licht rücken! Eine Frechheit! Warum wird nicht erkannt wie friedlich und gut dieses Fest verlaufen ist. Und es war nicht die erste Grünanlge dieser Art. Keine Zwischenfälle, kein Ärger usw. Warum versucht man diesen friedlichen Menschen den Raum zu nehmen. Freiheit ist der Weg zur Friedlichkeit und Vernunft! Es waren Familien die ihre Kids dabei hatten anwesend, saßen auf Decken und lauschten der Musik. Angler am See fühlten sich nicht gestört! Ich habe keine tausenden besoffenden Leute gesehen. Keine ist ertrunken, keiner verletzt. Alle hatten Spaß. Warum wird nicht erkannt wie wichtig solche freien Veranstaltungen sind. Es ist Kunst und Kultur! Wer diese Musik nicht respektiert, handelt mit Vorurteilen und ist respektlos.
Diese Video ist kurz vor Ende der Veranstaltung entstanden. Nix zu sehen von BUMM BUMM und tausend besoffenden Jugendlichen.

http://www.youtube.com/watch?v=jf9DR3uz0p0

Ich sehe nur reichlich glückliche Menschen die der Musik ihre Aufmerksamkeit geben.

Dieser Bericht spiegelt die Wahrheit wieder!

http://www.freitag.de/community/blogs/jenny-bauer-hms/woodstock-mit-beat

Eine Frechheit dieser Bericht.

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