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20 Minuten Curslack zur besten Sendezeit

Curslack. Fast genau ein Jahr ist es her, da hieß es zwei Wochen lang „Durchdrehen“ an und in der Kirche St. Johannis in Curslack.
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Regisseur Miguel Alexandre und Hauptdarstellerin Silke Bodenbender im März vergangenen Jahres in einer Drehpause in der Curslacker St.-Johannis-Kirche.
Foto: Thomas Heyen
Regisseur Miguel Alexandre und Hauptdarstellerin Silke Bodenbender im März vergangenen Jahres in einer Drehpause in der Curslacker St.-Johannis-Kirche.
Das Ergebnis der Filmarbeiten in Curslack, Hamburg und Berlin mit dem Arbeitstitel „Marie in Weiß“ ist jetzt im ZDF zu sehen: Montag, 8. März, beginnt um 20.15 Uhr die Ausstrahlung des Melodrams „Eine Frage des Vertrauens“.
Der Dreh der Hamburger Produktionsfirma Network Movie im März 2009 in Curslack zeigt Szenen, in denen die Hauptdarstellerin Silke Bodenbender als Marie Hansen ihren Filmvater, einen Pastor, besucht. Kulissenstars sind auch das alte Barnstorfsche Haus und das Gemeindehaus.
Wer es nicht weiß, erkennt die Orte nicht immer sofort. Sie wurden für die Aufnahmen teilweise völlig verändert. So mutierte ein Sitzungssaal zum Kinderzimmer, ein Raum neben dem Altar zum Büro. 20 Minuten Sendematerial waren nach den zwei Wochen Dreharbeiten im Kasten.
Doch mit der Ausstrahlung des Films im ZDF werden nicht nur Erinnerungen wach an riesige Scheinwerfer an der Kirche und das turbulente Treiben um Regisseur Miguel Alexandre und seine Crew. Mit „Eine Frage des Vertrauens“ ist erneut die Geschichte um „die falsche Kinderärztin am UKE“ präsent, die Ende 2008 für Schlagzeilen sorgte. An sie lehnt sich das Drehbuch von Annette Hess an, genießt allerdings in Handlung und Dramatik einige Freiheiten.
Dabei war die Wirklichkeit um Cornelia E. schon reichlich spektakulär. Von 2003 bis 2007 hatte die heute 36-Jährige als Ärztin in der Kinderklinik des Universitätskrankenhauses Eppendorf gearbeitet – ohne Approbation. Und sie war gut. „Sie war unsere Beste“, sagte später ein ehemaliger Vorgesetzter, als der ganze Schwindel aufgeflogen war.
Tatsächlich war der Ärztinnen-Traum für sie aber schon als 22-jährige Studentin vorbei, als sie zum dritten Mal durchs Physikum gefallen war und automatisch exmatrikuliert wurde. Doch sie machte weiter, war gefesselt von der Materie, motiviert von einer persönlichen Erfahrung, als ihr Bruder fast an einem Gehirntumor gestorben wäre. Ihr illegales Studium und die gefälschten Zeugnisse flogen erst auf, als Jahre später für die Kopien Originalurkunden nachgereicht werden sollten.
Das Hamburger Landgericht verurteilte Cornelia E. unter anderem wegen Urkundenfälschung und Betrugs im November 2008 zu 18 Monaten Haft auf Bewährung. Noch heute schirmt ihr damaliger Anwalt Cornelia E., die beruflich in einem Pharmakonzern Fuß gefasst haben soll, ab. „Es gibt keine Möglichkeit mit ihr zu sprechen, das gilt für alle Journalisten“, sagt Otmar F. Kury auf unsere Anfrage.
Dem Film, der kein Abbild der Realität sein will, tut dies keinen Abbruch. Silke Bodenbender zeigt eine engagierte Frau, der erst nach und nach die Ausmaße ihres Handelns klar werden und die schließlich merkt, wie extrem ihre Fallhöhe ist. Dramatische Spannung ist also am Montag bei der Ausstrahlung von „Eine Frage des Vertrauens“ garantiert – dank des Drehs in Curslack mit einem Schuss Lokalkolorit.
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