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Rückschnitt und Rodung für mehr Artenvielfalt

Tatenberg. Von Donnerstag an rollt ein Bagger der Allermöher Firma Francke über den Marschbahndamm.
Marschbahndamm
Foto: Monika Witt
Diplom-Ingenieurin Konstanze Trantow und Wolfgang Charles vom Bezirksamt besprechen das Vorgehen: Die Brombeersträucher sollen auf einer Breite von 1,50 Meter gerodet werden.
Mit einer hydraulischen Baumschere werden etwa 150 Meter lange Abschnitte der Feldhecken aus Haselnuss-, Weißdorn-, Holunder- oder Rosensträuchern zwischen Fünfhausen und Tatenberg auf den Stock gesetzt. Wenn dieser punktuelle Rückschnitt erledigt ist, folgt in der nächsten Woche die etwa 1,50 Meter breite Rodung von Brombeerbüschen und Ahorn-Sämlingen entlang des Marschbahndamms.
Beide haben für die heimische Vegetation einen großen Nachteil: Sie überwuchern alles und nehmen den anderen Pflanzen das Licht und somit eine wichtige Voraussetzung, um zu gedeihen. Hinzu kommt, dass die Brombeeren mit ihren ausladenden, stacheligen Trieben für Fahrradfahrer durchaus gefährlich werden können. Und Radfahrer gibt es – zumindest im Sommer – jede Menge auf dem Marschbahndamm. Denn er ist Teil des Elberadwegs, der von Tschechien bis nach Cuxhaven führt.
„Wir wollen den Marschbahndamm verkehrssicher machen, aber auch die Vegetation im Zaum halten“, sagt Wolfgang Charles vom Fachamt Management des öffentlichen Raums. So beauftragte das Bezirksamt das Büro für Freiraumplanung (BFF), einen Pflege- und Entwicklungsplan für den Marschbahndamm auszuarbein. Die Kosten dafür übernahm die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU). Wie berichtet, stieß das Konzept beim jüngsten Grünausschuss auf ein geteiltes Echo. Passionierte Radfahrer wie Peter Gabriel (SPD) sahen sich ihres Windschutzes beraubt, Matthias Zaum (CDU) wunderte sich, warum viel in den Grünbeschnitt, aber nichts in die Sanierung der Radwege selbst investiert werden soll.
Nun ist der Pflege- und Entwicklungsplan des Marschbahndamms aber auf die nächsten 15 bis 20 Jahre angelegt und wird aus einem speziellen BSU-Topf gefördert. Sowohl Charles als auch Konstanze Trantow sehen darin eine große Chance. „Der Anteil fremder Pflanzenarten, die sich hier entwickelt haben, ist viel zu groß“, sagt die BFF-Ingenieurin und verweist als Beispiel auf die Hybrid-Pappeln, deren Wurzeln den Beton hochdrücken. Auch die Krautschicht bestehe fast nur noch aus Giersch und Brennnesseln. „Kräuter, Gräser und Blütenpflanzen gibt es gar nicht mehr“, sagt Trantow. Durch die Pflegearbeiten könne die Artenvielfalt auf Dauer wieder verbessert werden. „Und der Charakter des Marschbahndamms bleibt erhalten“, versichert Charles, „die Bäume bleiben ja stehen.“
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