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Die "Falkenstein“ wird breiter

Ochsenwerder. Spezialisten der SSB-Werft aus Ochsenwerder bauen bereits die zweite Hadag-Fähre um. Die "Falkenstein" 1,30 Meter breiter.
SSB Werft
Foto: Monika Witt
Deutlich zu erkennen: Ein Segment im hinteren Bereich des Schiffes (links) ist bereits um 65 Zentimeter herausgezogen.
Ihnen ist alles andere als kalt. Drei Werftarbeiter kämpfen sich mit Schaufeln und Presslufthammer durch die dicken Packeis-Schichten, die sich während der vergangenen Wochen am Rande des Hafens Oortkaten auftürmten. Stück für Stück graben sie die Gleise der Slipanlage frei, damit die „Ludwig Prandtl“ wieder zu Wasser gelassen werden kann. Dem Forschungsschiff der GKSS in Geesthacht wurde bei der SSB Spezialschiffbau Oortkaten GmbH ein schwenkbarer A-Rahmen am Heck eingebaut, damit das Forschungsteam künftig moderne Messgeräte, wie einen Scanfish, einsetzen kann. Auch die beiden Schiffsneubauten wurden pünktlich an die Hadag Seetouristik und Fährdienst AG ausgeliefert.
Doch von einer Verschnaufpause kann bei dem 20 Mann starken Team der kleinen Werft keine Rede sein. Vier Schiffe warten darauf, überholt oder umgebaut zu werden. Am wenigsten Arbeit bereitet die Hadag-Fähre „Waltershof“, deren neuer Rolls-Royce-Antrieb überholt werden soll. Mehr Aufwand muss das SSB-Team schon in die Alsterdampfer „Schleusenwärter“ und „Alsterwasser“ stecken. Die beiden Schiffe der Alster Touristik GmbH erhalten neue Anstriche, die umweltfreundliche „Alsterwasser“, ebenfalls auf der Werft in Ochsenwerder gebaut, zudem eine neue Brennstoffzelle. Die größte Herausforderung birgt aber die „Falkenstein“. Die Hadag-Fähre, Baujahr 1992, wird, wie schon die „Wolfgang Borchert“ vor drei Jahren, um 1,30 Meter auf 7,85 Meter verbreitert und um etwa einen Meter auf 28,24 Meter verlängert.
„Dafür muss das Schiff in sechs Segmente plus Bugsegment zerlegt werden“, erklärt Maschinenbaumeister Dirk Kohl. „An Backbord und an Steuerbord werden seitlich von der Hauptmaschine zwei Längsschnitte bis in Höhe des Ruderhauses gemacht. Im vorderen Teil wird mittschiffs geschnitten.“ Anschließend werden die Segmente auf der Slipanlage oder mit Hilfe eines Krans auseinandergezogen. Bevor dann Querverstrebungen eingebaut werden können, und Stahlplatten die 65 Zentimeter breiten Lücken wieder schließen, müssen Rohrleitungen und Elektrokabel verlegt und Schaltgeräte versetzt werden.
So viel Aufwand für ein 1,30 Meter breiteres Schiff? „Das lohnt sich allemal“, sagt SSB-Geschäftsführerin Renate Schütte. „Das Schiff kann nach dem Umbau nicht nur 40 Fahrgäste mehr – also 250 – befördern, sondern wird auch komfortabler und entspricht den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards.“
So bekommt die Fähre, die auf allen HVV-Linien eingesetzt wird, unter anderem einen neuen Aufbau aus Aluminium, der sie leichter macht, eine größere Pantry, ein neues Behinderten-WC, breitere Zugänge, einen Querstrahler, der sich um 360 Grad dreht und Ankertaschen.
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