Naturschutzgebiet
Streit um Erweiterung der Reit
Sonntag, 14. Februar 2010 21:03
- Von Jule Monika Witt
Reitbrook. Das Naturschutzgebiet "Die Reit" soll wachsen. Doch Landwirte wollen auf einen Teil des Acker- und Weidelands nicht verzichten.

Foto: Ammerschubert
Das Naturschutzgebiet „Die Reit“ soll um „Die Hohe“, den „Kleinen Brook“ und einen Teil des Landes westlich des Reitbrooker Westerdeichs erweitert werden.
Bei Sven Baumung, Leiter des Bergedorfer Nabu-Büros, stoßen diese Pläne auf ein durchweg positives Echo, auch wenn sie längst überfällig seien. „Die Ausweitung der Reit ist schon seit zehn Jahren und länger geplant“, sagt der Biologe. Aber erst im Koalitionsvertrag von CDU und GAL wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Unter der Überschrift „Naturschutz“ heißt es: „Es sollen weitere Naturschutzflächen ausgewiesen werden, insbesondere durch Erweiterung der Schutzgebiete Wittenberger Heide, Die Reit, Westerweiden/Alte Süderelbe, Rodenbeker Quellental und den Schutz des Flassbargmoores als Naturdenkmal“.
Björn Marzahn, Sprecher der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), bestätigt, dass das Naturschutzgebiet „Die Reit“ erweitert werden soll. Um welche Flächen und in welchem Zeitrahmen, dazu wollte er sich jedoch nicht äußern. Dabei ist längst bekannt, wie die Planungen im Detail aussehen. Neben der etwa 48 Hektar großen Reit sollen „Die Hohe“ (16 Hektar), der „Kleine Brook“ (23 Hektar) und eine etwa 3,3 Hektar große Fläche westlich des Reitbrooker Westerdeichs unter Naturschutz gestellt werden.
Ein Vorhaben, das längst nicht bei allen Bauern aus Reitbrook und Allermöhe auf Begeisterung stößt. „Unumstritten als weiteres Naturschutzgebiet ist ‚Die Hohe’“, sagt Gerd Langeloh vom Milchhof Reitbrook. Das Areal zwischen Reitdeich und Regattastrecke mit seinen zahlreichen Teichen wird seit vielen Jahren als Gemeinschaftsweide der Allermöher Bauern genutzt „und sehr extensiv bewirtschaftet“, sagt Langeloh. Anders sieht es da schon mit dem „Kleinen Brook“ aus – seit 1815 Gemeinschaftsweide der Reitbrooker Bauern und in Privateigentum.
Diese Fläche sei in puncto Naturschutz nie im Gespräch gewesen. „Das ist auch gar nicht erforderlich, da wir mit dem Naturschutzamt seit Jahren eng kooperieren“, sagt Langeloh. Naturschützer sähen das Land gegenüber von der Allermöher Dreieinigkeitskirche jedoch lieber frei von Rindern, da es zu den wenigen Gebieten gehört, in denen die Uferschnepfe noch vorkommt.
Bei der Hege in der Reit schließlich handelt es sich um Ackerland, „das wir vor 20 Jahren in die Extensivierung gegeben haben, das wir aber irgendwann auch wieder beackern wollen“, sagt Langeloh. Wieso ausgerechnet diese Fläche unter Naturschutz gestellt werden soll, alle anderen Äcker im Umkreis aber nicht angetastet werden, ist ihm ein Rätsel. „Wir haben über Jahre auf freiwilliger Basis mit dem Naturschutzamt kooperiert und werden nun dafür bestraft“, sagt der Milchbauer.
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