Grünausschuss
Am Marschbahndamm wird es kahl
Donnerstag, 11. Februar 2010 21:53
- Von Ulf-Peter Busse
Bergedorf. Jetzt geht es der wuchernden Natur an die Wurzeln. Der Zollenspieker Bahndamm und der Marschbahndamm, zwei der beliebtesten Radwanderwege in Hamburg, erhalten einen Pflege- und Entwicklungsplan.

Foto: Christoph Leimig
Am Elbe-Radweg soll künftig die Motorsäge kreischen. Landschafts-Ingenieurin Konstanze Trantow kündigte "Blickfenster" zum Strom an.
Doch seine Präsentation im Grünausschuss der Bezirksversammlung wurde für Landschafts-Ingenieurin Konstanze Trantow zum Spießrutenlauf.
Die Expertin gab dem Gremium Einblicke in die aus ihrer Sicht zugewucherte Natur entlang der zwölf Kilometer von Tatenberg bis Zollenspieker sowie der acht Kilometer von dort bis zum Pollhof: „Wir haben hier ein malerisches Teilstück des Elberadweges und gleichzeitig ein Stück Natur für die Kulturlandschaft der Vier- und Marschlande.“
Dann folgten die Defizite, die auf Grundlage ihres Pflege- und Entwicklungsplans in den nächsten 15 bis 20 Jahren beseitigt werden sollen. Dazu gehört das Fällen der Pappeln, deren Wurzeln das Pflaster des Radwegs zerstören. Ferner sollen ortsfremde Gewächse wie Ahorn, Espen und Brombeeren großflächig entfernt werden und die wuchernden Feldhecken auf Stock gesetzt werden.
Für den freien Blick in die Umgebung soll es großflächige baum- und buschfreie „Landschaftsfenster“ geben. Alles zusammen ließ beim begeisterten Radfahrer Peter Gabriel (SPD) keine Freude aufkommen: „Sprechen wir hier über einen Radweg oder ein Naturschutzgebiet?“, fragte er. Für ihn sei die wuchernde Natur entlang der in den 50er-Jahren umgebauten Bahndämme ein Stück Windschutz.
Stephan Jersch (Linke) fragte nach, wie sich angesichts der umfangreichen Maßnahmen denn die Kosten der laufenden Pflege der Radwege verändern würden. Matthias Zaum (CDU) wunderte sich, warum viel in den Grünbeschnitt, aber nichts in die Sanierung der Radwege selbst investiert werden soll. Nur Liesing Lühr (GAL) sah keinen Grund zur Kritik.
Bergedorfs Verwaltung übte sich in Beschwichtigung: „Bei dem Pflege- und Entwicklungsplan handelt es sich um die Beschreibung der Entwicklung, die diese Wege in den nächsten Jahrzehnten nehmen sollen. Wir werden das langsam umsetzen, in diesem Jahr zunächst 30.000 Euro für Rodungen auf einzelnen, jeweils nur 100 bis 200 Meter langen Abschnitten ausgeben“, sagte Wolfgang Charles von der Grünabteilung. Sein Chef Christoph Lindemann ist sich sicher, durch die Maßnahmen die Unterhaltungskosten zu reduzieren.
Dass tatsächlich kein Geld für die Auffrischung des brüchigen Radwege-Belags in die Hand genommen wird, bestätigte Baudezernent Arne Dornquast: „Die jetzt verplanten Mittel stammen aus einem Hamburger Topf für Grünangelegenheiten. Aber wenn wir die gut einsetzen, müsste es mit etwas Glück gelingen, auch Geld für die Radwege-Sanierung zu ergattern.“

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Kristian meint:
gefahren ist, weiss den Schatten und die belebende Kraft der Bäume zu schätzen. Leider produzieren die Bäume Sauerstoff, welcher nicht an das Gehirn der Entscheidungsträger gelangen darf. Also weg damit.
nico s meint:
paulchen meint: