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Führungen im Rieck-Haus

Curslack. Das Rieck-Haus am Curslacker Deich 284 ist ein ganz besonderes Ausflugsziel – nicht nur für Ortsfremde, auch für Einheimische. Hier lässt sich nicht nur Geschichte hautnah erleben. Ein Klönschnack mit der guten Seele des Hauses, Christel Eggers, und die üppige Natur sind allemal einen Besuch des Vierländer Freilichtmuseums wert.
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Rieck-Haus
Foto: Wiebke Schwirten
Das Rieck-Haus samt Feldentwässerungsmühle, Scheune und Haubarg ist einen Ausflug wert.
Erdbeerfestbesucher und Vier- und Marschländer haben das Rieck-Haus natürlich längst auf dem Zettel. Doch auch sie beschleicht immer wieder aufs Neue das Gefühl von spannungsvoller Ungewissheit, wenn sie das alte, riesige Hufnerhaus durch den Vordereingang betreten. Die Luft riecht nach Rauch, die Augen müssen sich im Flett erst einmal an das schummrige Licht gewöhnen. Nach und nach sind Einzelheiten zu erkennen: die Feuerstelle etwa oder die Würste, die unter der Decke angebracht sind. Würste an der Decke? Ja, Christel Eggers weiß, warum und auch, dass Vorsicht angebracht ist, um nicht „in ein Fettnäpfchen zu treten“. Denn das konnte früher leicht passieren, als die fetten Würste unter der Decke hingen, dort geräuchert wurden und ihr herabtropfendes Fett in Schalen am Boden aufgefangen wurde. Diese und andere Redensarten erklärt Christel Eggers in einzigartiger und absolut hörenswerter Weise bei einer Führung durch das Haus.
Doch nicht nur das alte Haus ist einen Rundgang wert. Die Seele baumeln lassen können Besucher im hübschen Bauerngarten. Hier wachsen je nach Jahreszeit Rosmarin und Lavendel, Rosen, Lilien und Bauernrosen, Goldlack, Rittersporn, Nelken und vieles mehr.
Mindestens einen Blick wert sind zudem zwei nach Curslack „Zugezogene“. Der sechsrutige Haubarg wurde 1954 aus Allermöhe ins Freilichtmuseum gebracht. Dieser „Barg“ aus Holz mit seinem verschiebbaren, sechseckigen Reetzeltdach ist die älteste offene Scheunenform der Marschen. Der zweite „Gast“ kommt aus Ochsenwerder: die letzte Feldentwässerungsmühle aus den Vier- und Marschlanden. Ihre Mühlenreste waren 1952 nach Curslack auf das Gelände des Museums gebracht worden. Ein Jahr später wurde die Mühle ergänzt und voll funktionsfähig wieder aufgebaut.
Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr (ab Oktober bis 16 Uhr).
Eintritt: drei Euro (ermäßigt zwei Euro), Führungen zusätzlich ein Euro, Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zahlen nichts. Sondertarife für Familien und Gruppen. Das Freilichtmuseum ist nicht barrierefrei und für Rollstuhlfahrer nur bedingt geeignet.
Anfahrt: Vom Bahnhof Bergedorf fahren die Busse 124, 223 und 224 bis zur Haltestelle Schiefe Brücke, danach etwa 20 Minuten Fußweg auf dem Curslacker Deich bis zum Museum. Die Linie 327 fährt alle Stunde direkt bis zur Haltestelle Rieck-Haus. Autofahrer nutzen die Bergedorfer A 25-Abfahrt und fahren Richtung Vierlanden. Parkplätze gibt es nur begrenzt.
Infos unter Telefon (040) 723 12 23 und beim Altonaer Museum.
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