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Wasserkunst auf Kaltehofe

Rothenburgsort. Mit der beschaulichen Ruhe auf der Halbinsel Kaltehofe dürfte es spätestens im Sommer nächsten Jahres vorbei sein: Hamburgs erste Filtrationsanlage von 1893 wird als kulturhistorisches Naturdenkmal erschlossen.
Das ehemalige Betriebsgebäude – die Villa – bildet das Entree der „Wasserkunst“ und beherbergt neben der Information und dem Ticketcounter ein Café, Ausstellungsflächen sowie einen Seminarbereich.
Foto: BGZ
Das ehemalige Betriebsgebäude – die Villa – bildet das Entree der „Wasserkunst“ und beherbergt neben der Information und dem Ticketcounter ein Café, Ausstellungsflächen sowie einen Seminarbereich.
Im Winter beginnen die Bauarbeiten für das Besucherzentrum „Wasserkunst Kaltehofe“, das nicht nur für Hamburger, sondern auch für möglichst viele Touristen zum Ausflugsziel werden soll.
Seit 1990 ist die Elbinsel ungenutzt und bietet mit den verwilderten Anlagen zahlreichen Tierarten einen Lebensraum. Knapp 100 Jahre zuvor bereiteten hier die Hamburger Wasserwerke Elb- und seit 1964 ausschließlich Grundwasser auf. Von den insgesamt 58 Hektar gehören 45 Hamburg Wasser. Hier befinden sich die historischen Filterbecken, die Pumpenhäuschen und die Villa, in der lange Zeit das Hygiene-Institut untergebracht war. 14,3 Hektar sollen nun in die Wasserkunst eingebunden werden. So dienen acht der 22 Becken künftig anderen Zwecken: Ein Planschbecken, ein Wasserparcours und ein Becken für Modellboote sind ebenso geplant wie Wasser- und Trockenbiotope und ein Museumsfilterbecken. Dieser Bereich ist kostenlos nutzbar.
Eintritt wird dagegen für das Besucherzentrum erhoben, das aus der historischen Verwaltungsvilla und einem Neubau besteht, der aus einem Wasserbecken „auftaucht“. Dieser Eindruck wird durch einen außenliegenden Wasservorhang und eine zusätzliche Wasserfläche auf dem Dach vermittelt. Beide Gebäude sind durch eine Unterführung verbunden und sollen für Ausstellungen, Filmvorführungen und Seminare genutzt werden. Außerdem gibt es in der Villa ein Cafe´. Um einen Blick über das gesamte Areal zu ermöglichen, wird der Villen- in einen Aussichtsturm umgestaltet. Sieben Millionen Euro stehen für das Vorhaben zur Verfügung. Vier Millionen stammen aus dem Konjunkturprogramm, drei Millionen steuert Hamburg Wasser bei.
„Kaltehofe ist ein Beispiel für eine durch und durch erfolgreiche Bürgerbeteiligung“, sagte Monika Mura von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald bei der Vorstellung des Projektes. „Alle Ziele sind erreicht worden: Naturerhalt, Verhinderung des Durchgangsverkehrs, Wiederherstellung und Erlebbarkeit des historischen Wasserwerks. Der Einsatz der vielen Aktiven hat sich gelohnt.“
Das sehen Vertreter der Stadtteil-Initiative „Hamburgs Wilder Osten“ (HWO) anders. Sie kritisieren vor allem die Öffnung des Kaltehofe Hauptdeichs für Autos und Busse – vorgesehen sind 120 Pkw- und drei Busstellplätze. „Die Nutzung der Straße für den Autoverkehr ist ein klarer Verstoß gegen die Beschlüsse des ‚Agenda-21-Prozesses Kaltehofe’ aus dem Jahr 2005“, sagt Knud Siggelkow von HWO.
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