Rise-Programm

Millionen-Programm soll sozialen Brennpunkt verhindern

Foto: Thomas Heyen

Billwerder. Flüchtlingsquartier am Mittleren Landweg wird bis zum Jahr 2023 finanziell besonders gefördert.

Billwerder.  Das Gleisdreieck soll die kommenden sieben Jahre eine besondere Förderung genießen. Der Senat beschloss gestern, das Quartier ins „Rahmenprogramm Integrierte Stadtteil-Entwicklung“ (Rise) aufzunehmen. Damit soll die Entstehung sozialer Brennpunkte verhindert werden.

Durch die Einstufung zum Rise-Gebiet kann die städtische Infrastruktur im Umfeld des neuen Flüchtlings- und späteren Wohnquartiers frühzeitig ausgebaut werden. „Mit dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung stärkt der Senat den sozialen Zusammenhalt in der Stadt“, sagt Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt. So könnten „gute und stabile Nachbarschaften“ entwickelt werden.

Neue Siedlung „als stabiles Quartier entwickeln“

Arne Dornquast betonte bei der Pressekonferenz im Hamburger Rathaus ebenfalls die Vorteile des Förderprogramms: Die neue Siedlung „wollen wir als stabiles Quartier entwickeln, das in die Nachbarschaft integriert ist“, sagte Bergedorfs Bezirksamtsleiter und fügte hinzu: „Mit Rise können wir die ersten erforderlichen Schritte bereits in diesem Jahr umsetzen.“

In dem Quartier um den Mittleren Landweg mangelt es an Angeboten. Doch durch den Zuzug von bis zu 2500 Geflüchteten erhöht sich die Zahl der Menschen, die dort leben, auf etwa 3150. Mit der Rise-Förderung sollen in den kommenden Jahren neue Orte der Begegnung und neue Nahversorgungsmöglichkeiten geschaffen werden, etwa Bäcker, Apotheke, Supermarkt. Soziale, kulturelle und sportliche Infrastrukturen sollen gestärkt werden. Noch in diesem Jahr soll die Sportanlage des ETSV modernisiert und eine neue Halle gebaut werden. Ein Gemeinschaftstreff im Gleisdreieck ist geplant, ebenso ein Jugendclub. Zudem soll das Kulturheim soll modernisiert werden. 3,7 Millionen Euro darf das alles kosten, 1,1 Millionen Euro davon kommen aus dem Rise-Topf. Weitere 1,2 Millionen Euro stehen für das Gebietsmanagement bis zum Ende des Förderzeitraums im Jahr 2023 zur Verfügung.

In Neugraben-Fischbek entstehen Wohnungen für 12 000 Menschen

Neben dem für Rise-Verhältnisse kleinen Quartier Mittlerer Landweg wurde auch Neugraben-Fischbek als neues Rise-Gebiet festgelegt. Dort entstehen Wohnungen für 12 000 Menschen.

Zusammen mit den beiden neuen Gebieten gibt es in Hamburg nun 26 Rise-Quartiere. Unter ihrem Dach sind die Programme Soziale Stadt, Aktive Stadt- und Ortsteilzentren, Stadtumbau und Städtebaulicher Denkmalschutz zusammengefasst. 2016 wurden rund 51 Millionen Euro – Landes- und Bundesmittel – für integrierte Stadtteilentwicklung ausgegeben. In vier Rise-Gebieten gibt es Flüchtlingsquartiere: neben dem Mittleren Landweg und Neugraben-Fischbek auch in Billstedt und Eidelstedt-Mitte.

Im Gleisdreieck leben derzeit etwa 300 Geflüchtete. Bis Ende März werden es 500 Menschen sein. Im Spätsommer sollen alle Häuser fertig und belegt sein. Von 2019 an sollen nur noch 300 Menschen mit Flüchtlingsstatus am Mittleren Landweg wohnen – neben 2200 Menschen, die nicht in Unterbringung leben.

„Das Quartier wird auch dann noch von Rise-Mitteln profitieren“, sagt Dornquast. Er spricht von einem „besonderen Projekt, das besondere Aufmerksamkeit erfordert“, und erwartet für die Siedlung die „bestmögliche Förderung“.