Repowering

Stromerzeugung soll verzehnfacht werden

Die Visualisierung zeigt die neuen Anlagen (alte rechts) aus Blickrichtung Dorferbogen in Richtung Südosten.

Foto: privat / BGZ

Die Visualisierung zeigt die neuen Anlagen (alte rechts) aus Blickrichtung Dorferbogen in Richtung Südosten.

Ochsenwerder. Fünf neue, insgesamt 150 Meter hohe Anlagen sollen am Landscheideweg aufgestellt werden.

Ochsenwerder.  Am Ochsenwerder Landscheideweg sollen fünf neue, moderne Windkraftanlagen aufgebaut werden. Dafür weichen drei der fünf alten Anlagen (Repowering). Die NET Windenergie GmbH, Schwesterfirma der NET OHG, hat einen entsprechenden Antrag bei der Behörde für Umwelt und Energie (BUE) gestellt. Weil sich das Unternehmen – wie auch beim Repowering im Windpark Neuengamme – für ein Verfahren mit Bürgerbeteiligung entschieden hat, können bis zum 27. April schriftlich Einwendungen erhoben werden.

Die NET Windenergie wird zwei Anlagen betreiben, die anderen werden drei weiteren Unternehmen gehören, wobei die NET Windenergie für alle Windräder den Antrag stellt und die Planung betreibt. „So haben wir nur ein Verfahren“, sagt Klaus Soltau, Geschäftsführer der NET Windenergie.

Zwei verschiedene neue Anlagentypen

Bei den neuen Anlagen handelt es sich um zwei verschiedene Typen, die beide auf eine Gesamthöhe von 150 Metern kommen. Vier Windräder haben eine Nabenhöhe von jeweils 91 Metern und einen Rotordurchmesser von 117 Metern. Ihre Leistung beträgt jeweils 2,4 Megawatt (MW). Jedes von ihnen wird jährlich mehr als sechs Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom liefern. Bei der fünften Anlage muss der Rotordurchmesser auf 100 Meter reduziert werden. Sie steht in der Nähe einer Hochspannungsleitung. Die Nabenhöhe beträgt ebenfalls 100 Meter. Leistung: zwei MW. Das Windrad wird etwa fünf Millionen kWh Strom pro Jahr liefern. „Hierbei handelt es sich um den gleichen Anlagentyp wie in Neuengamme“, sagt Soltau. Die neuen Anlagen erzeugen im Vergleich mehr als zehnmal soviel Strom wie die alten Vorgängermodelle.

Fakten, die Gegner von mehr als 100 Meter großen Anlagen nicht überzeugen. Karsten Paulssen, Sprecher der Bürgerinitiative Windkraft Ochsenwerder, kritisiert „massive Eingriffe“. Soltau bestätigt, dass ein gutes Dutzend Ahornbäume gefällt werden müssen. Paulssen sieht zudem durch die verschiedenen Anlagentypen den Erhalt der historischen Kulturlandschaft gefährdet, verweist unter anderem auf „drei unterschiedliche Rotordrehzahlen“. Soltau entgegnet, dass „unterschiedliche Umdrehungen unter den Altanlagen viel häufiger sind“. Die Unterschiede bei der Drehzahl (Umdrehungen in der Minute) würden minimal sein, „niemandem auffallen“.

Altanlagen vor 18 Jahren aufgestellt

Die alten Anlagen sind mehr als 18 Jahre alt, insgesamt 94 Meter hoch und haben eine Leistung von 600 Kilowatt (KW). Hamburgs älteste Anlage (150 KW) überhaupt, errichtet 1991 am Ochsenwerder Landscheideweg, wurde vor einem Jahr abgebaut. Soltau: „Sie läuft mittlerweile in Nordirland.“

Der 53-Jährige rechnet für die neuen Anlagen mit einer Genehmigung im Herbst. Dann würde 2017 der Bau beginnen, für den Soltau sechs Monate kalkuliert. „Ende 2017 sollten sich die Räder drehen.“

Die Unterlagen liegen bis zum 13. April bei der BUE, Neuenfelder Straße 19, Zimmer F.04.305 aus – montags bis donnerstags, 8 bis 15 Uhr, freitags, 8 bis 14 Uhr. Einwendungen werden am 30. Juni, 9 Uhr, im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, erörtert.