Stint
Hier wird Stint im Sekunden-Takt geangelt
Donnerstag, 12. März 2009 18:24
Altengamme. Im Sekunden-Takt ziehen Angler Stinte aus dem Wasser. Genau wie die Restaurants, in denen die lachsartigen Fische serviert werden, haben auch die auf Europäischen Stint (Osmerus eperlanus) spezialisierten Sportangler nun Hochsaison.

Foto: Thomas Heyen
Dicht an dicht stehen Angler in Höhe des Norddeutschen Hauses am Ufer der Stromelbe. Sie ziehen – pro Angler – innerhalb weniger Stunden schnell mehr als 100 Fische aus dem Wasser. Meist wird der Stint zu Hause frisch zubereitet und als leckeres Mittag- oder Abendessen aufgetischt.
Igor Schäfer (40) stand mit mehr als 20 weiteren Anglern in Höhe des Norddeutschen Hauses am Ufer der Elbe im Regen, um einen Stint nach dem anderen aus dem Fluss zu ziehen. „Bisher habe ich etwa 120 gefangen. Ich bin seit zweieinhalb Stunden hier. Gestern waren es rund 300 in sechseinhalb Stunden“, sagt Schäfer. Der Russlanddeutsche lebt seit fünf Jahren in Bergedorf. „In Russland habe ich nicht auf Stint geangelt. Da hatten wir nur einen See – in dem gab es keine Stinte“, sagt er.
In Altengamme fängt Schäfer manchmal drei, vier Fische auf einmal. Fünf Haken sind an seiner Angelschnur befestigt. Als Köder dienen ihm kleine Kunststoffblättchen, die unter Wasser blinken. Er wirft die Angel nur fünf, sechs Meter weit aus. „Hier beißen die Stinte am besten“, sagt er. Der Lagerarbeiter hat sich für die Stintsaison extra eine Woche freigenommen. „Einen Teil der Fische werden meine Familie und ich heute gebraten verspeisen. Der Rest wird eingefroren.“
Neben Anglern aus Bergedorf und Umgebung locken die in der Regel 15 bis 18 Zentimeter langen, schlanken Fische auch Angler aus der Hamburger Innenstadt und anderen Bundesländern wie Mecklenburg nach Altengamme. Sie fischen den begehrten Speisefisch seit etwa zwei Wochen aus der Elbe, werden noch weitere zwei Wochen ihre Angeln auswerfen. Ab Wassertemperaturen von neun Grad Celsius ziehen die Fische zum Laichen in großen Schwärmen in Richtung Oberelbe.

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