Windkraft
Furcht vor Lärm und Schatten trotz der Grenzwerte
Dienstag, 28. Februar 2012 15:15
- Von Wiebke Schwirten
Ochsenwerder. Der geplante Bau von sieben Windkraftanlagen macht den Anwohnern Kopfzerbrechen. 200 Interessierte konnten jetzt ihre Fragen direkt bei den Planern der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt loswerden. Mit den Antworten waren allerdings nicht alle zufrieden.
Der große Saal bei Arne Meyer am Ochsenwerder Kirchendeich ist brechend voll.
Etwa 200 Menschen sind gekommen, die meisten stammen aus dem Dorf. Das Thema
des Abends ist ihnen wichtig: Es geht um Eignungsgebiete für
Windenergieanlagen in Hamburg.
Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) bietet geballte Präsenz, ist
mit elf Vertretern aus Hamburg angereist, inklusive Staatsrat Holger Lange.
Die Stimmung ist angespannt. Als Staatsrat Lange erwähnt, dass Ochsenwerder
doch noch ein schönes Fleckchen Erde sei, geht ein Raunen durch die Reihen.
„Noch, ja.“
Lange wirbt für die Windenergie, nennt 2300 Arbeitsplätze, die seit 2009 in
diesem Bereich neu geschaffen wurden, spricht davon, dass auch Dienstleister
und Handwerk profitieren. Für Hamburg sei Bergedorf ein Hauptstandort, neben
Harburg und in geringem Maße auch Hamburg-Mitte. Zudem werde im Hafengebiet
geplant.
In Ochsenwerder geht es um sieben Windenergieanlagen (100 Meter Nabenhöhe, 100
Meter Rotor, Gesamthöhe also 150 Meter) auf einer Fläche zwischen
Ochsenwerder Landscheideweg und Sammelgraben. Dort werden 500 Meter Abstand
zur nächsten Siedlung und 300 Meter zu einem Einzelhaus eingehalten. Den
Anwohnern sind die Abstände zu gering. Sie verweisen auf Flächenländer, wo
Windenergieanlagen besser aufgehoben wären: „Wir werden hier in Geiselhaft
genommen für eine grundsätzlich falsche Entscheidung des Senats, dass
Stadtstaaten so etwas überhaupt verwirklichen müssen“, sagt ein Anwohner.
Die Ausweisung des Eignungsgebietes stoppe zudem die bauliche
Weiterentwicklung Ochsenwerders.
Auch der Grenzwert für den Lärm (45 dB (A)) überzeugt das Publikum nicht,
ebenso die Angaben zum Schattenwurf. Der astronomisch maximal Schattenwurf
liegt bei 30 Stunden pro Jahr oder maximal 30 Minuten am Tag. Meteorologisch
wahrscheinlich seien aber nur acht Stunden Beschattung im Jahr. „Das sind
doch nur theoretische Berechnungen. Was ist, wenn die gebaut werden und
lauter sind?“, fragt ein Anwohner. Ein anderer vermutet: „Mir kommt es so
vor, als rechneten sie sich das alles so hin. Was ist mit dem gefährlichen
Infraschall? Ich erkenne nicht, dass sie auf unsere Gesundheit irgendwie
Rücksicht nehmen!“ Die Anwohnerbeiträge ernten viel Beifall. Die Experten
verweisen auf strenge Kontrollen der Anlagen, die Verpflichtung der
Betreiber, Richtlinien und Grenzwerte einzuhalten.
Immer wieder wird den Zuhörern versichert, dass sie in die Planung einbezogen
und ihre Sorgen und Nöte protokolliert und berücksichtigt würden. Das
Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans selbst aber laufe. Klar sei:
Die Behörde wird Eignungsflächen ausweisen, die Bürgerschaft letztlich
darüber entscheiden.
Umfangreiche Infos können im Internet abgerufen werden: http://www.hamburg.de/flaechennutzungsplan/2639986
.
Der nächste Infoabend zum Eignungsgebiet Neuengamme beginnt am Dienstag, 6.
März, um 18.30 Uhr im Corslaker Landhuus, Curslacker Heerweg 2a.
Kommentar: Anwohner fordern Beteiligung ohne Gaukelei - von Wiebke Schwirten
Am Ende des Infoabends sagt eine Anwohnerin: „Ich fühle mich hier
verscheißert“, und viele stimmen ihr zu. Sie glauben nicht, dass ihre Sorgen
ernst genommen werden. Sie bezweifeln, dass sie wirklich an der Planung
beteiligt werden. Es scheint alles schon beschlossene Sache. Warum die
Gaukelei?
Tatsächlich wäre ein ehrliches Wort erfrischend gewesen: Manchmal muss der
Einzelne zurückstecken, um dem Allgemeinwohl zu dienen. Wer die Energiewende
will, muss etwas dafür tun. In diesem Fall ist es Ochsenwerder, das dies für
Hamburg ermöglicht. Punkt. Oder gibt es doch noch Alternativen? Vielleicht
Flächen in den Walddörfern finden? Oder gar keine Eignungsgebiete ausweisen?
Dann könnten Investoren ihre Anlagen als „privilegierte Bauvorhaben“ im
Außengebiet praktisch überall durchsetzen.





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Leena Claussen meint:
Wenn die immer LAUTER werdenden, berechtigten Proteste der betroffenen, steuerzahlenden Bürger Sie stört, dann ziehen Sie doch selber auf die einsame Insel!
Ich das Gejammer nicht mehr hören! meint:
MML meint:
Es ist doch immer wieder spannend zu sehen, wie Lobbyisten es schaffen einen Keil in die Bevölkerung zu bringen und das meistes zu Ihren Gunsten.
Ist irgendjemanden mal aufgefallen, dass wir aus Energiespargründen uns lieber quecksilberhaltige Glühlampen, als die alte Glühbirne in die Fassungen schrauben? Ich setze mal voraus, dass über die Gesundheitsschädliche Wirkung von Quecksilber Einigkeit besteht.
Hat schon irgendeiner bemerkt, dass E10 die Lebensmittel auf unserem Planeten verknappt und für Drittländer unbezahlbar macht.
Auch diese Aktion würde unter dem Deckmantel unsers möchte gern grünen Gewissens gestartet.
Außerdem werden trotz allem Urwälder gerodet, um mehr Anbaufläche für so genannte BIOkraftstoffe zu gewinnen.
Und zur so genannten Energiewende – habe nur ich das mit bekommen – die Vergütung für Solarstrom wird herabgesetzt!!!
Jetzt könnte man überlegen wie viel Potenzial damit vernichtet wird. Denn dafür stünde fast jedes Dach zur Verfügung.
Problem an der Sache ist nur, dass unsere 5 Energieriesen nicht so viele Eigenheime besitzen.
Last Ihr euch auf Bildzeitungsniveau tatsächlich vor die Karren der Lobbyisten spannen und merkt es nicht einmal?
Und jetzt zu den Windkraftanlagen im Speziellen: Ochsenwerder hat seit Jahren WEAs vor der Tür. Wie wäre es mal, wenn uns jemand Ablöst?
Oder soll Ochsenwerder tatsächlich dafür Bestraft werden, dass er schon seinen Teil zu Gewinnung von Strom auf Wind bei getragen hat.
Nach dem Motto warum nur den kleinen Finger, wenn man den ganzen Arm haben kann.
Die Flächen sind zurzeit in der Planung bis zum äußersten ausgereizt.
Infraschall ist wissenschaftlich betrachtet für die meisten Menschen sicher nicht wahrnehmbar, UV-Licht übrigens auch nicht und macht doch Hautkrebs. Auch Kohlenstoffmonoxid ist für Menschen nicht unbedingt wahrnehmbar…
Wer von den Politikern steht den für evtl. gesundheitlichen Auswirkungen gerade und kann der mich wieder Gesund machen?
Asbest war auch mal ein ganz toller Baustoff – fragt Arbeiter mit Asbestose.
Müssen Menschen immer erst Sterben, bevor man den Rest schützen muss?
Hat sich irgendeiner mal überlegt, dass die WEAs reine Gelddruckmaschinen sind, wie früher die AKWs.
Der Strom aus WEAs kann zurzeit in Deutschland nicht ausreichend gespeichert werden. Wenn wir also mehr Strom aus dem Wind gewinnen, als das Netz braucht wird er billig ins Ausland verschachert und wenn flaute ist, kaufen wir teuer Strom zurück (auch ATOMstrom).
Fällt daran jemandem ein gewisser Irrsinn auf?
Ist jedem klar, dass für viele der WEAs seltene Erden notwendig sind? Diese werden übrigens in größten teils in China Abgebaut. Das ist da wo das viele Giftige Spielzeug herkommt.
Die meisten Metalle werden auch nicht Umweltfreundlicher Abgebaut.
Die Ökobilanz der WEAs ist nicht doll.
Es ist auch kein Geheimnis, dass überall in Deutschland Menschen leben und keiner wirklich scharf ist Industrieanlagen vor die Nase gesetzt zu bekommen. Doch es gibt tatsächlich Ecken in unserem Land, wo zur Bevölkerung tatsächlich mehr platz ist als 300m und 500m. Einziger Hinderungsgrund Anlagen in solche Gegenden zu bauen ist, dass die Leitungswege gelegt werden müssen. So etwas kostet und würde den Gewinn schmälern, da ist es doch klar lieberein paar tausend Menschen bis auf 300m mit WEAs zu bedrängen und Ihre Altersvorsorge (das liebe Eigenheim) zu schmälern, weil unter einer WEA die bevorzugte Wohnlage ist.
München hat sich Offshore engagiert, was für eine Idee.
Hamburg, was über Wohnungsmangel klagt sollte selbstverständlich mögliche Bauflächen lieber mit WEAs als mit Menschen füllen.
Mehr Menschen verbrauche - ja auch nur zuviel Energie.
Wir wurden auch Seniorenresidenzen Kindertagesstätten und andere soziale Einrichtungen in Industriegebieten ansiedeln.
Mit den WEAs kann man wenigsten Industrieanlagen in Wohngebiete bringen.
Klar haben Mensch überall mit Umwelteinflüssen zu kämpfen, aber ist das ein Argument alle zu malträtieren?
Wenn ich heute in die Innenstadt ziehe ist klar, dass es lauter werden könnte. Wir sind aber, wie es so schön heißt, ein Dorf.
Kleine Denkaufgabe, warum ziehen Menschen auf ein Dorf?
Klar damit sie den vollen Großstadtlärm haben – logisch.
Übrigens würde Krümmel auch an uns nicht spurlos vorübergehen.
Und nur so zur Info an den deutschen Landesgrenzen gibt es einige AKWs die immer noch einen Großteil von unserem Land erwischen würden, wenn was Passiert.
Warum lassen sich so viele Menschen das eigenständige Denken abnehmen, nur weil man Sie mal wieder versucht in Panik zu versetzen???
Warum ist es legitim, Menschen zu quälen – mit der Begründung das es anderswo oder anderweitig geschieht?
Und eines ist natürlich unstrittig, Konzerne waren schon immer in erster Linie an der Gesundheit und dem Wohlergehen der Ansässigen Bevölkerung interessiert … Deppwater Horizon, Gammelfleisch,PCB-Skandal, Contagan, …
Fleisch wird übrigens von Behördenseite kontrolliert…