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Zettelwirtschaft bei Edeka

Kirchwerder. Anja Stoof ist schwer genervt. Die Edeka-Marktbetreiberin kann weder telefonieren, faxen noch EC-Karten einlesen - irrtümlich hat sie der Telefonanbieter als Privatkundin "Edeka Stoof" geführt. Daher habe ihr Anliegen keine Dringlichkeit.
Edeka
Foto: Heyen
Anja Stoof, Betreiberin des Edeka-Marktes am Süderquerweg, kann in ihrem Geschäft derzeit weder telefonieren noch Waren bestellen oder die Kunden mit EC-Karte zahlen lassen.
Anja Stoof muss nun schon fast drei Wochen improvisieren. Seit am 15. Januar die Telefonleitungen tot sind, kann die Betreiberin des Edeka-Marktes am Süderquerweg 348 weder übers Festnetz telefonieren noch faxen. Auch können die Kunden nicht mit EC-Karte bezahlen. „Mein Telefon-Anbieter Vodafone ist bislang nicht in der Lage, das Problem zu beheben“, sagt die 49-Jährige.
Anja Stoof führt nun alle Telefonate mit ihrem Handy. „Immerhin werden die an den Markt gerichteten Anrufe aufs Handy umgeleitet“, sagt sie.
Vodafone habe Anja Stoof an die Telekom verwiesen und umgekehrt. Auch im zweiten Anlauf kam die Markt-Betreiberin bei Vodafone nicht weiter – weil sie irrtümlich nicht als Geschäftskunde geführt wird. „Deshalb habe mein Anliegen keine Dringlichkeit“, sagt Stoof und fügt hinzu: „Die haben mich damals tatsächlich als Privatkunde namens ‚Edeka Stoof’ registriert.“
Letztlich habe Stoof mit 30, 40 Callcenter-Mitarbeitern telefoniert. Drei Vodafone-Techniker waren mittlerweile in ihrem Geschäft. „Helfen konnte keiner. Einer ließ mir dafür gleich eine Rechnung über 91,55 Euro da.“
Der dritte Techniker, der am vergangenen Dienstag die Telefontechnik inspizierte, sprach von einem „Schaltfehler“, der in diesen Tagen behoben werden soll, sagt Stoof.
Die Kauffrau ist gespannt. Schließlich strapaziert jeder weitere Tag ohne Telekommunikation ihre Nerven ein Stück mehr. „Die Kunden, die sonst mit EC-Karte zahlen, schreiben nun an und begleichen die Rechnung beim nächsten Einkauf. Dadurch haben wir hier eine echte Zettelwirtschaft. Der Arbeitsmehraufwand ist enorm, denn alles muss natürlich korrekt verbucht werden.“
Mit dem Gerät für Mobile Daten-Erfassung (MED), mit dem Anja Stoof und ihr Team fast täglich Waren einscannen, fährt die Kauffrau nun regelmäßig zum „Vierländer Markt“. Dort wird es auf die Basisstation gestellt, die identisch mit der in Stoofs Markt ist. „So kann ich die Daten wenigstens von dort aus an die Edeka-Zentrale übermitteln und neue Ware bestellen“, sagt sie und fügt hinzu: „Die Familie Clausen und ihre Mitarbeiter sind sehr hilfsbereit. Aber das ist natürlich nervig für alle Beteiligten.“
„Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung des Problems“, sagt Vodafone-Sprecher Bernd Hoffmann. Seine Kollegen seien „noch auf Fehlersuche“. Heute, Sonnabend, soll ein Techniker den Verteiler überprüfen. Egal, wie es nun weitergeht – eines ist für Anja Stoof jetzt schon klar: „Ich werde den Anbieter wechseln.“
8 Kommentare
Johannes E. meint:
Hat die BZ nichts zu schreiben oder warum steht so ein unwichtiger Sachverhalt in der Zeitung??????? Aber nach dem Artikel über einen völlig gestörten Nico G., wundert mich eigentlich nichts mehr bei der BZ!
Peter meint:
@ Jürgen: Ich habe andere Erfahrungen gemacht. Die Techniker der Telekom arbeiten im Regelfall 6 Tage die Woche - also auch Samstags und als ich noch Kunde bei Arcor (heute Vodafone) war, habe ich einmal gegen 21h Besuch von einem Techniker der Telekom bekommen damit dieser meine Störung beseitigt. Dieser erklärte mir, dass die Störungen der anderen Netzbetreiber vorrang gegenüber den eigenen hätten - das wohl aufgrund Auflagen der Bundesnetzagentur und vertraglicher Grundlagen.
Ich habe da aber auch die Erfahrung machen müssen, dass der Zeitpunkt an dem Arcor die Störung an die Telekom weitergegeben hat, maßgeblich war für eine zeitnahe Entstörung.
Also kann ich unterm Strich sagen, dass wenn die Techniker der Telekom am Werk waren mir stets zügig geholfen wurde.
Anlieger meint:
An Jürgen,
soviel zur Theorie! Die Praxis sieht leider anders aus. Ich hatte das Problem beim wechsel von Alice zur Telekom.

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