Nager
Fünf Biber erobern das Landgebiet
Montag, 30. Januar 2012 18:54
Fünfhausen. Der Biber ist zurück! Bis jetzt hat ihn noch niemand entdeckt, aber seine Spuren sind unübersehbar: Mehrere dünne Weiden, aber auch einen stattlichen Baum mit 2 Metern Umfang, hat ein Biber am Brack abgenagt. Der Nabu freut sich über die Rückkehr der Nagetiere.
Erwin Marx (76) traute seinen Augen nicht, als er auf dem Durchdeich unterwegs war und in Richtung Sandbrack blickte: Eine große Weide am Ufer des Bracks droht beim nächsten Sturm umzukippen. Marx entdeckte an dem Baumstamm die Nagespuren eines Bibers. Das Tier hatte aus dem stattlichen Stamm in Kniehöhe etwa ein Drittel des Holzes genagt. „Ich jage hier seit 48 Jahren Bisamratten, aber Biberspuren habe ich noch nie entdeckt“, sagt der Fünfhausener.
„Der Umfang des Baumstammes misst mehr als zwei Meter. Einige abgenagten Späne sind fast so groß wie eine Hand“, sagt Marx. Der Biber will sich vermutlich eine Burg am Uferbereich des Bracks bauen. Marx: „Er hat auch mehrere dünne Weiden gefällt.“ Einige der Stämme lagen transportbereit am Ufer.
In den Vier- und Marschlanden sollen bis zu fünf Biber leben. „In den vergangenen drei, vier Jahren wurden immer wieder Fraßspuren an Bäumen entdeckt, wiederkehrend in bestimmten Bereichen“, sagt Reinhard Grosch vom Naturschutzbund Deutschland. Reviere soll es auch in Altengamme, Kirchwerder und Allermöhe geben.
Biber bauen sich aus den Bäumen, die sie fällen, nicht nur ihre Burgen. Sie ernähren sich im Winter Baumrinde und Ästen. „Im Sommer bevorzugen die Tiere krautige Pflanzen“, sagt Landschaftsentwickler Frederik Landwehr, der in Altengamme einen Biber gefilmt hat.
Die Naturschützer sind sehr froh über die Ansiedlung der großen Nagetiere in den Vier- und Marschlanden. „Das gab es hier jahrzehntelang nicht“, sagt Grosch. Die Tiere sind aus der ehemaligen DDR über Lauenburg und Geesthacht nach Hamburg gekommen sind. Über Dove- und Gose-Elbe und die Entwässerungsgräben breiten sie sich nun in den Vier- und Marschlanden aus. Über Schleusengraben und die Bille könnten sie nach Bergedorf gelangen.
Um die Bevölkerung über die Nager aufzuklären und deren Entwicklung zu dokumentieren, werden zwölf ehrenamtliche „Biber-Betreuer“ ausgebildet. Das Projekt der Loki-Schmidt-Stiftung und der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt wird von Frederik Landwehr geleitet.
„Wir sind Ansprechpartner, falls es Probleme geben sollte“, sagt Biber-Betreuer Hermann Timmann aus Kirchwerder und fügt hinzu: „Es könnte passieren, dass ein Biber mal einen in Ufernähe stehenden Obstbaum fällt oder sich in einem Maisfeld wohl fühlt.“ Dann soll der betroffene Landwirt nicht allein gelassen werden. Ebenso wenn eines der Tiere in einem Entwässerungsgraben einen Damm baut. Dies hält Timmann allerdings für unwahrscheinlich. Auch die Deichsicherheit sieht er nicht gefährdet: „Die Deiche stehen nicht direkt am Wasser, deshalb sind sie für Biber zum Bau ihrer Höhle uninteressant.“
Der Biber-Betreuer geht davon aus, dass die Tiere im Landgebiet noch allein leben. Timmann: „Wenn es hier in ein, zwei Jahren erste Paare gäbe wäre das schön. Sie werden sich aber nicht rasant ausbreiten.“
Biber (Castoridae) sind mit ihrem spindelförmigen Körper, einem breiten, platten und mit lederartiger Haut bedeckten Schwanz (Kelle) sowie Schwimmhäuten an den Hinterfüßen perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Die Kelle dient beim Abtauchen als Steuer und als Fettdepot. Die Pflanzenfresser können bis zu 20 Minuten tauchen. Der Europäische Biber war ursprünglich in Europa und weiten Teilen Asiens heimisch. Durch Bejagung wurde er in großen Bereichen Europas ausgerottet. Durch konsequenten Schutz und Auswilderungen haben sich die Bestände erholt.hy




Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
Gastro-Tipps
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche











The whog meint:
Jörg meint:
Der Biber meint:
Ja so ist es eben, wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe :-)))